Karlsruhe (dpa)

Emotionaler KSC-Erfolg: Team gewinnt für Coach Eichner

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Nach der Unruhe beim KSC kämpft das Team für einen würdigen Eichner-Abschied - gegen Bielefeld mit Erfolg. Der Kapitän hält sich zu seiner Zukunft bedeckt.

Von Kristina Puck und Nils B. Bohl, dpa
Jubel mit dem Coach: Nach dem Tor zum 3:1 fielen Wanitzek (Mitte) und Schleusener (r) dem Trainer Eichner (l) in die Arme.
Jubel mit dem Coach: Nach dem Tor zum 3:1 fielen Wanitzek (Mitte) und Schleusener (r) dem Trainer Eichner (l) in die Arme.  Foto: Uli Deck/dpa

Der Sieg im ersten Spiel nach dem verkündeten Aus für Christian Eichner im Sommer war nicht nur für den Trainer emotional - sondern auch für die Mannschaft des Karlsruher SC. «Wir sind es ihm schuldig, ihm in den letzten Wochen den bestmöglichen Abschied zu bereiten», sagte Kapitän Marvin Wanitzek nach dem 4:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld.

Am Mittwoch hatte der badische Fußball-Zweitligist verkündet, dass Eichner am Ende dieser Saison nach mehr als sechs Jahren - und trotz eines laufenden Vertrags bis 2027 - gehen muss. Zwei Tage später zeigte die Mannschaft nach einer mäßigen ersten Hälfte im zweiten Abschnitt eine starke Reaktion. 

Es sei «keine einfache Woche» gewesen, sagte Nicolai Rapp am Freitagabend. «Aber wir wollten das Spiel auch für den Trainer gewinnen.» Unter der Woche hatte Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann die Entscheidung damit begründet, dass der Club an einem Punkt angekommen sei, an dem «neue Impulse» gesetzt werden sollen. 

Die Entscheidung habe die Mannschaft geschockt, so Rapp «Ich glaube, es kam für alle sehr überraschend. Klar, so ist das Fußballgeschäft. Wir müssen da alle die Entscheidung vom Verein akzeptieren.» 

Rapp berichtet von guter Chemie zwischen Coach und Mannschaft

Seit Februar 2020 war der tief mit dem KSC verwurzelte Eichner Chefcoach. In den vergangenen Wochen war immer mal wieder Kritik an ihm aufgekommen, es gab wohl wiederholt Differenzen über die sportliche Ausrichtung. Der meinungsstarke Eichner galt Verantwortlichen zunehmend als unbequem. 

Die Mannschaft habe einen «sehr guten Draht»zum Coach, berichtete Rapp. «Er hat hier unfassbar gute Arbeit geleistet die letzten Jahre. Er verdient es, dass wir uns hier alle den Hintern für ihn aufreißen.»

Gegen die Bielefelder kämpften sich die Badener nach einem frühen Rückstand (11. Minute) zurück. Dank der Tore von Louey Ben Farhat (18.), Christoph Kobald (62.), Marvin Wanitzek (77.) und Shio Fukuda (89.) drehten sie die Partie. 

Mit nun 40 Punkten und einem gesicherten Mittelfeldplatz geht der KSC in die abschließenden fünf Wochen unter Eichner, ehe der Neuanfang mit einem noch nicht bekannten Nachfolger beginnt. 

Ändert Wanitzek seine Zukunftspläne?

Führungsspieler Wanitzek vermied nach dem Sieg gegen die Ostwestfalen ein klares Bekenntnis zum Club über die Saison hinaus. Die Frage, ob die Sorge von Fans zu seiner Zukunft berechtigt sei, sei «verständlich», sagte der Mittelfeldspieler. 

Er lege den Fokus auf die nächsten Spiele, erklärte Wanitzek, der ein besonders enges Verhältnis zu Eichner hat. «Es war eine turbulente Woche für alle, es war ein turbulentes Jahr. Die Gegebenheiten sind im Sommer so nicht mehr da und deshalb werde ich auch nach dem letzten Spiel erst mal alles sacken lassen müssen.» Er wolle sich «ein bisschen Zeit nehmen». 

Er sei im Austausch mit Eggimann. Wanitzek hatte seinen Vertrag bei seinem Herzensverein zuletzt im Mai 2025 verlängert und Angebote anderer Clubs in der Vergangenheit ausgeschlagen.

Für KSC-Trainer Christian Eichner sind die nächsten Wochen eine Abschiedstournee.
Für KSC-Trainer Christian Eichner sind die nächsten Wochen eine Abschiedstournee.  Foto: Uli Deck/dpa
Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte war der Jubel nach dem 4:1 gegen Bielefeld groß.
Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte war der Jubel nach dem 4:1 gegen Bielefeld groß.  Foto: Uli Deck/dpa
Nach oben  Nach oben