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Die meisten Städte lehnen Böllerverbot ab

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Baden-Württemberg - Die Baden-Württemberger dürfen auch das Jahr 2010 in den meisten Innenstädten wieder mit Böllern und Raketen begrüßen. Die meisten Städte lehnen das Verbot von Feuerwerkskörpern ab - so auch Heilbronn und Bad Wimpfen.

Ein junger Mann demonstriert in Magdeburg das Zünden von Silvesterraketen, die in Flaschen stecken (Foto vom 28.12.2002). Am Donnerstag (29.12.) beginnt auch in Hessen der Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester. Dabei seien wieder verstärkte Kontrollen in den Geschäften geplant, teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium am Dienstag (27.12.2005) in Wiesbaden mit. Für die Verkaufsräume gelten Auflagen etwa zum Brandschutz; außerdem dürfen größere Böller und Raketen nicht an Minderjährige verkauft werden. Foto: Andreas Lander dpa/lhe (zu lhe-Blickpunkt vom 2712.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Baden-Württemberg - Die Baden-Württemberger dürfen das Jahr 2010 auch in den meisten Innenstädten wieder mit Böllern und Raketen begrüßen. Zwar hat nach Tübingen vor kurzem auch die Stadt Villingen-Schwenningen ein Feuerwerksverbot vor allem für die historische Altstadt von Villingen verhängt. Die meisten Städte lehnen aber ein solches Verbot ab, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. Schon die Kontrolle der Menschen, die Silvester feiern, sei zu schwierig, hieß es in vielen Städten. Im Sommer hatte TÜBINGEN nach einem Brand in der vergangenen Silvesternacht ein Feuerwerksverbot für die Altstadt verhängt.

SCHWÄBISCH HALL
hatte bereits zur Jahreswende 2000/01 den Versuch gestartet, den historischen Marktplatz von Feuerwerkskörpern freizuhalten. Allerdings habe sich gezeigt, dass ein solches Verbot nicht durchzusetzen ist. „Wenn man es nicht durchsetzen kann, muss man es lassen“, sagte Stadtsprecher Thomas Gerstenberg. Grund sei der erhebliche Kontrollaufwand. „An jeder Ecke muss es eine Personenkontrolle geben“, betonte der Sprecher weiter. Eine Gesprächsrunde von Stadt, Feuerwehr und Polizei nach dem Brand in Tübingen habe nichts an der Ablehnung geändert. Auch der WAIBLINGER Oberbürgermeister Andreas Hesky betonte: „Jedes Verbot muss kontrolliert werden. Dies dürfte das größte Problem in der Thematik sein.“ Die Waiblinger Feuerwehr prüfe derzeit aber noch ein Verbot. Bei der Entscheidung sollten auch die Beschlüsse anderer Städte berücksichtigt werden. Große Probleme habe es in der Vergangenheit in der Waiblinger Innenstadt nicht gegeben -eher in den Wohngebieten, sagte Hesky.

Auch in STUTTGART, HEILBRONN, ULM, PFORZHEIM und BADEN-BADEN, heißt es knapp: kein Verbot. Die Landeshauptstadt weist allerdings darauf hin, dass aufgrund von Sprengstoffvorgaben keine Raketen in der Nähe von Krankenhäusern und Altenheimen abgeschossen werden dürfen. In Pforzheim gebe es keine Altstadt und folglich sei die Brandgefahr auch nicht so hoch, sagte ein Sprecher. In Baden-Baden sei das Feuerwerk nur auf dem 700 Meter hohen Hausberg Merkur verboten - wegen Waldbrandgefahr. „Bei uns hat es noch keine Rufe nach Einschränkungen gegeben“, sagte Bernd Häusler, Bürgermeister von SINGEN.

Und eine Sprecherin der Stadt FREIBURG betonte ebenfalls: „In Freiburg ist bislang kein größeres Unglück aufgrund von Silvesterknallern geschehen. Es gibt daher auch keine Überlegungen in diese Richtung.“ Die Ablehnung vieler Städte hat letztlich auch die Stauferstadt BAD WIMPFEN dazu bewegt, von einem Böllerverbot Abstand zu nehmen. Nach den Worten von Bürgermeister Claus Brechter sind die Kontrollen in der Altstadt wegen der Nähe zu den Neubaugebieten zu schwierig: „Es hängt einfach zu viel dran.“

Einen Nachahmer hat Tübingen aber doch gefunden: VILLINGEN-SCHWENNINGEN verhängte vor wenigen Tagen ein Böllerverbot für Villingens historische Innenstadt sowie für die Gegend „Ob dem Brückle“ in Schwenningen. Anlass war auch hier ein Brand in der Silvesternacht 2008/09, wie Stadtsprecherin Elke Zimmermann sagte. Zuvor habe es bereits mehrere Fahrzeugbrände gegeben. Um sicher zu stellen, dass das Verbot auch eingehalten wird, soll verstärkt kontrolliert werden. „Wichtig ist die Präsenz. Das wird schon etwas ausmachen.“
 

Ein junger Mann demonstriert in Magdeburg das Zünden von Silvesterraketen, die in Flaschen stecken (Foto vom 28.12.2002). Am Donnerstag (29.12.) beginnt auch in Hessen der Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester. Dabei seien wieder verstärkte Kontrollen in den Geschäften geplant, teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium am Dienstag (27.12.2005) in Wiesbaden mit. Für die Verkaufsräume gelten Auflagen etwa zum Brandschutz; außerdem dürfen größere Böller und Raketen nicht an Minderjährige verkauft werden. Foto: Andreas Lander dpa/lhe (zu lhe-Blickpunkt vom 2712.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein junger Mann demonstriert in Magdeburg das Zünden von Silvesterraketen, die in Flaschen stecken (Foto vom 28.12.2002). Am Donnerstag (29.12.) beginnt auch in Hessen der Verkauf von Feuerwerkskörpern für Silvester. Dabei seien wieder verstärkte Kontrollen in den Geschäften geplant, teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium am Dienstag (27.12.2005) in Wiesbaden mit. Für die Verkaufsräume gelten Auflagen etwa zum Brandschutz; außerdem dürfen größere Böller und Raketen nicht an Minderjährige verkauft werden. Foto: Andreas Lander dpa/lhe (zu lhe-Blickpunkt vom 2712.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++  Foto: Z6302 Andreas Lander (dpa)
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