Bund blockiert den Umbau der Flakkaserne
Immobiliengesellschaft lehnt „Rundum-Sorglos-Paket“ der Stadt Ludwigsburg ab - Wohnraum für 1600 Menschen

Von Franziska Stavenhagen
In der ehemaligen Flakkaserne am Ostrand von Ludwigsburg könnten in Zukunft bis zu 1600 Menschen wohnen. Doch was schon beinahe in trockenen Tüchern schien, entwickelt sich jetzt für die Stadt zur zähen Hängepartie.
Ideen für das Areal hat Peter Fazekas, Projektleiter für die Flakkaserne, viele. „Wir wollen nicht nur einen Haufen von Mehrfamilienhäusern, sondern versuchen, bestimmte Zielgruppen anzusprechen.“ Das Spektrum reicht von kostengünstigem bis zu exklusivem Loft-Woh-
Alle Aktivitäten gestoppt
nen, von energiesparenden Varianten bis zu Angeboten für junge Familien oder hilfsbedürftige Senioren. Was am Standort gefragt ist, soll noch untersucht werden. Doch derzeit sind alle Aktivitäten gestoppt. „Wir wissen nicht, ob wir uns das überhaupt noch leisten können“, sagt Fazekas.
Das Problem: Bisher gehört das 18 Hektar große Gelände dem Bund. „Ende des vergangenen Jahres hatten sich beide Parteien schon auf einen Preis geeinigt, aber jetzt kommt man nicht richtig zusammen“, sagt Susanne Jenne, Pressesprecherin der Stadt. Damals hätte Ludwigburg sieben Millionen Euro plus sämtliche Folgekosten bezahlt - mit vollem Risiko bei der Stadt. Ein „Rundum-Sorglos-Paket“ für den Bund, nennt Fazekas das denn auch. Es fehlte nur noch die Zustimmung des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) - doch der lehnte ab. „Sieben Millionen war denen zu wenig“, sagt Fazekas. „Die Bima wollte wohl mindestens zehn Millionen plus alle Nachzahlungen, die noch kommen können.“ Dabei geht es vor allem um die Entsorgung möglicher Altlasten. Um zu einer schnellen Einigung zu kommen, hatte die Stadt Asbest und Öl auf eigene Faust entsorgen wollen und 2,5 Millionen Euro dafür einkalkuliert.
Doch nun ist wieder alles offen, der Oberbürgermeister sauer: „Es ist sehr zu hoffen, dass die Verantwortungsträger bald zu Potte kommen und sich auch an vereinbarte Abmachungen halten“, schimpfte Werner Spec kürzlich im Gemeinderat. Die Bundesanstalt blockiere Investitionen von 200 Millionen Euro und damit Wachstum und Beschäftigung.
In seinem Ärger schreckt der OB auch nicht vor einer Enteignung
Enteignung als letztes Mittel
des Bundes zurück. Das städtebauliche Entwicklungsverfahren dafür sei bereits eingeleitet, eine mögliche Enteignung werde geprüft, sagt Fazekas. „Das ist das härteste Instrument für Kommunen.“
Spätestens wenn die Ergebnisse der städtebaulichen Untersuchungen vorliegen, weiß Fazekas, wird es auch neue Gespräche mit dem Bund geben. Bis dahin herrscht in der Flakkaserne weiterhin Stillstand.
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