Stuttgart (dpa/lsw)
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bärlauch sammeln: Was erlaubt ist und wann Bußgelder drohen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Im Frühling lockt Bärlauch viele Sammler in die Natur. Wer aber zu gierig pflückt oder an den falschen Stellen zugreift, riskiert nicht nur Ärger mit der Natur, sondern auch ein saftiges Bußgeld.

Die Bärlauch-Blätter können leicht mit giftigen Doppelgängern verwechselt werden. (Archivbild)
Die Bärlauch-Blätter können leicht mit giftigen Doppelgängern verwechselt werden. (Archivbild)  Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

Wenn im Wald ein würziger Knoblauchduft in der Luft liegt und sich grüne Blätterteppiche über den Boden ausbreiten, ist die Bärlauch-Zeit gekommen. Mitte März beginnt die Saison, der Höhepunkt kommt Anfang April.

So verlockend der Duft auch ist – beim Sammeln ist Vorsicht geboten. Vor allem die giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sorgen für Verwechslungsgefahr und wachsen oft an denselben Orten, sagte Friederike Scholz vom Bund für Umwelt und Naturschutz. 

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) häufen sich die Vergiftungsfälle in ganz Europa, vor allem aber in Österreich, der Schweiz, Kroatien und Deutschland. Besonders häufig komme es in den Monaten April und Mai zu Vergiftungen.

So erkennt man Bärlauch

Der Unterschied zwischen Bärlauch und anderen Pflanzen lasse sich erschnuppern. Scholz rät dazu, die Blätter in der Hand zu verreiben: «Wenn es dann nach Knoblauch riecht, ist es Bärlauch», sagt die Expertin für Artenschutz. Ein Bärlauchblatt verrate sich auch durch seine matte Unterseite, während die giftigen Doppelgänger meist glänzen. Das BfR rät Sammlerinnen und Sammlern, im Zweifelsfall auf den Verzehr zu verzichten. 

Bärlauch-Fans sollten in schattigen und feuchten Gebieten suchen. Auwälder, also Bereiche, wo das Wasser gelegentlich über die Ufer tritt, bieten perfekte Bedingungen, so die Expertin. Auch größere Felder aus grünen Blättern weisen auf die essbare Pflanze hin. Bärlauch wächst selten allein. Wer sich den «wilden Knoblauch» dort selbst pflücken möchte, muss sich aber an die Regeln halten. 

Ein Handstrauß ist erlaubt

In Baden-Württemberg erlaubt sind grundsätzlich haushaltsübliche Mengen, wie das Ministerium für Ernährung mitteilt. Dabei zählt nicht das Gewicht, sondern die Handvoll. Einen Handstrauß darf sich jeder mitnehmen. Expertin Scholz empfiehlt, von jeder Knolle nur ein bis zwei Blätter zu ernten. «Wer mehr nimmt, schwächt den Bärlauch sehr stark.» In Naturschutzgebieten oder Nationalparks ist das Pflücken grundsätzlich nicht erlaubt. Für größere Mengen braucht es eine Genehmigung bei der Naturschutzbehörde.

Diese Strafen drohen bei Bärlauch-Diebstählen

Wer sich nicht an die Regeln hält, muss laut dem zuständigen Ministerium mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen. Trotzdem lassen sich manche nicht aufhalten. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg bestätigt, dass die Beamten in der Bärlauchsaison zwischen März und Mitte Mai regelmäßig von Passanten auf mögliche Bärlauch-Diebstähle hingewiesen werden. Dazu rät auch Scholz: «Wer das beobachtet, sollte die Polizei rufen.» Große Ernten schädigten den Bestand: «Wir wollen uns ja alle noch lange am Bärlauch erfreuen.»

Richtig erkannt und vorsichtig gepflückt, steht dem Einsatz von Bärlauch in der Küche nichts mehr im Weg. Vor allem Pesto oder Dips werden immer beliebter. Scholz spricht sogar von einem «kleinen Hype».

Nach oben  Nach oben