Chemische Reaktion in Müllcontainer in Kaisersbach – 13 Menschen verletzt
In Kaisersbach im Rems-Murr-Kreis sind zwölf Feuerwehrleute und eine Anwohnerin bei einem Einsatz verletzt worden. Ein vermeintlicher Containerbrand entpuppte sich als chemische Reaktion.

In Kaisersbach sind am Donnerstagabend gegen 19.18 Uhr zwölf Feuerwehrleute bei einem Einsatz verletzt worden. In dem Glauben, einen Brand in einem Abfallcontainer zu löschen, kam es zu einer chemischen Reaktion. Das teilte die Polizei am Freitagmorgen mit.
Nach einem Hochwasserschaden hatte jemand Bauschutt in dem Container entsorgt. Die Bewohnerin des betroffenen Hauses hatte zudem eine alte Metalldose mit Calciumphosphit, welches früher als Mittel zur Wühlmausbekämpfung eingesetzt worden war, ebenfalls in dem Container entsorgt. Durch die Feuchtigkeit des vom Hochwasser durchnässten Bauschutts kam es in der Folge zu einer chemischen Reaktion und es begann aus dem Container zu rauchen.
Feuerwehreinsatz in Kaisersbach: Chemische Reaktion statt Containerbrand
Da die Hausbewohnerin zunächst von einem Brand im Container ausging, wurde versucht, den vermeintlichen Brand mit Wasser zu löschen. Dadurch verstärkte sich die chemische Reaktion und die Rauchentwicklung weiter. Wie die Polizei Aalen am Samstag mitteilt, war die Feuerwehr Kaisersbach, anders als zunächst berichtet, nicht von einem Brand ausgegangen und hatte daher die Wasser-Löschversuche der Bewohnerin unterbunden.
Durch die entstehenden Gase erlitten die Hausbewohnerin und zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehr Atemwegsreizungen. Der Südwestrundfunk (SWR) schreibt von Rauchgasvergiftungen. Sie wurden in den umliegenden Krankenhäuser aufgenommen. Die betroffenen konnten jene am Freitag wieder verlassen.
Der Gefahrgutzug der Feuerwehr Winnenden konnte das Gas binden und unschädlich machen. Die Feuerwehren der Gemeinden Kaisersbach, Welzheim, Alfdorf, Backnang, Winnenden und Allmersbach waren mit insgesamt 20 Fahrzeugen und 83 Einsatzkräften vor Ort. Der Rettungsdienst war mit 6 Fahrzeugen und 16 Einsatzkräften im Einsatz. Die vorbeiführende Kreisstraße 1892 war bis circa 4 Uhr morgens voll gesperrt.

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