Mehr Gewalt unter Kindern: Heranwachsende greifen häufiger zum Messer
Messerattacken machen nur einen kleinen Teil der Kriminalität im öffentlichen Raum aus – aber sie beschädigen das Sicherheitsgefühl der Menschen. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen diese Waffe.
Gewalttaten, die mit einem Messer begangen wurden, hatten zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In vielen Fällen sind die Täter volljährig – doch unter Kindern und Jugendlichen ist die Messerkriminalität zuletzt spürbar angewachsen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem baden-württembergischen Innenministerium erfuhr.
- Die Zahl der tatverdächtigen Kinder im Alter von bis zu 13 Jahren im Zusammenhang mit Messerangriffen im öffentlichen Raum nahm im vergangenen Jahr um 20,8 Prozent auf 151 Verdächtige zu.
- Die Zahl der registrierten Heranwachsenden von 18 bis 20 Jahren stieg um 19,8 Prozent auf 302 Tatverdächtige.
„Bedenkliche Entwicklung“: Mehr Messerkriminalität unter Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg
Junge Menschen würden die Ausübung von Gewalt zunehmend als probates Mittel erachten und zudem ein als „antiquiert einzustufendes Konzept von Männlichkeit“ befürworten, berichtet das Ministerium.
„Es ist eine bedenkliche Entwicklung, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Messerangriffe verüben“, betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Deshalb setze man stark auf die Prävention speziell an Schulen, zum Beispiel mit Projekten wie „Du bist auch ohne Waffen stark!“.
Präventionsarbeit gegen Messergewalt: Unterrichtseinheiten für Kinder und Jugendliche
Dabei handelt es sich um eine Unterrichtseinheit, die sich an Schüler ab 14 Jahren richtet. Ziel sei es, die weitreichenden Folgen des Führens und der Verwendung von Messern mit den jungen Menschen zu erarbeiten und gewaltfreie Alternativen in Konfliktsituationen aufzuzeigen, so das Ministerium.
Mehr Gewalt unter Kindern: Baden-Württemberg legt Kriminalstatistik vor
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3129 Messerangriffe in Baden-Württemberg registriert – nur eine Handvoll mehr als im Jahr zuvor. Bei rund 40 Prozent dieser Messerattacken im öffentlichen Raum handelt es sich um Bedrohungen, bei 33,4 Prozent um gefährliche Körperverletzungen, 20 Prozent sind Raubdelikte und fünf Prozent Mord und Totschlag.
Strobl will am Mittwoch um 11 Uhr in Stuttgart die Kriminalstatistik für das Jahr 2024 vorstellen. Bereits im Vorfeld war bekanntgeworden, dass die Zahl der Sexualstraftaten im Südwesten zuletzt deutlich angewachsen ist. Auch Körperverletzungen unter Kindern und Jugendlichen haben zugenommen. Bei der Gewaltkriminalität stieg die Zahl junger Verdächtiger um 8,3 Prozent auf 6.705 an.
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