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Falsche Angabe auf Produkt von Seitenbacher – Lebensmittelkontrolle deckt auf

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Das Unternehmen Seitenbacher aus Buchen ist bekannt für sein Müsli, vertreibt aber auch andere Produkte. Eines davon ist bei einer Lebensmittelkontrolle aufgefallen.


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Immer wieder fallen Lebensmittelläden, Imbisse oder Restaurants bei Kontrollen negativ auf, weil sie teilweise Hygienevorschriften nicht beachten. Doch die zuständigen Behörden kontrollieren nicht nur, ob Maschinen zur Verarbeitung sauber und die Zutaten frisch sind, sondern nehmen auch Proben von Produkten.

Bei einer solchen Probe fiel nun auf, dass ein Mohnöl der in Buchen ansässigen Seitenbacher Vertriebs-GmbH nicht den Angaben entspricht. Statt wie angegeben fanden sich in einer Charge des „Seitenbacher Bio nativen Mohnöls“ nur 4,7 Milligramm Vitamin E auf 100 Gramm Öl, statt wie angegeben 12 Milligramm. Das teilt das zuständige Veterinäramt im Neckar-Odenwald-Kreis im Dezember 2025 mit. 

Lebensmittelkontrolle deckt auf: Seitenbacher-Produkt entspricht nicht den Angaben

Das Veterinäramt des Neckar-Odenwald-Kreises hat die Proben allerdings nicht selbst untersucht. „Die Veröffentlichung der Mohnöl-Beanstandung beruht auf einer durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart beanstandeten Planprobe“, erklärt das Landratsamt auf Stimme-Nachfrage.

Wie kommt es zu Proben von Lebensmitteln?

Eine genaue Anzahl der Analysen kann das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises nicht angeben. Je nach Anlass oder Projekten variiere die Zahl verpackter Lebensmittel im Vergleich zu loser Ware. Eine Vorgabe ist jedoch in ganz Deutschland klar: Pro 1000 Einwohner muss das zuständige Amt 5,5 Proben im Jahr einplanen – fünf davon fallen bei Lebensmitteln an, die 0,5 Proben bei Bedarfsgegenständen, Kosmetik oder Tabakerzeugnissen. So erklärt es ein Sprecher des Landratsamts.

Die Proben werden bei Herstellern, im Einzelhandel oder bei gewerblichen Nutzern, darunter Gastronomen oder Großküchen, genommen. 2024 wurden mehrere Betriebe wegen Verstößen bei Lebensmittelkontrollen geschlossen.

Die Probe habe das Landratsamt Biberach „routinemäßig ohne gezielten Verdacht“ direkt im Einzelhandel erhoben. Dennoch veröffentlicht der Neckar-Odenwald-Kreis den Fall, da die Firma Seitenbacher ihren Unternehmenssitz in Buchen hat. Die auffällige Probe sei ihnen aus Biberach gemeldet worden.

Auffällige Probe bei Seitenbacher: Das ist die Konsequenz für Firma aus Buchen

Was ist nach der auffälligen Probe mit dem Mohnöl passiert? Laut dem Neckar-Odenwald-Kreis sei das Mindesthaltbarkeitsdatum der Charge bereits abgelaufen gewesen, als das Stuttgarter Amt die Ergebnisse veröffentlichte. Demnach endete die Haltbarkeit im November 2025, das Gutachten war auf den 8. Dezember datiert.

„Üblicherweise wird davon ausgegangen, dass nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums keine Ware mehr im Einzelhandel verkauft wird. Weitere Maßnahmen zur Vermeidung der Irreführung von Verbrauchern waren daher nicht mehr verhältnismäßig“, so die Konsequenz. Seitenbacher müsse aber ein Bußgeld von 350 Euro bezahlen.

Probe von Seitenbacher Mohnöl auffällig: Was passiert jetzt mit dem Produkt?

Das Qualitätsmanagement von Seitenbacher erklärte auf Stimme-Nachfrage, dass das Produkt erneut für eine Analyse eingesendet wurde. „Sollten sich daraus Anpassungen ergeben, werden wir diese selbstverständlich umgehend umsetzen“, erklärt das Unternehmen.

Auch das Landratsamt weiß von den „freiwilligen Eigenkontrolluntersuchungen“, die Seitenbacher derzeit durchführt. Sollten Abweichungen des Gehalts von Vitamin E im Mohnöl festgestellt werden, müsste Seitenbacher die Etiketten korrigieren, dann könne der Verkauf laut dem Sprecher weiterhin erfolgen. „Das Produkt wurde stofflich nicht beanstandet, eine Vernichtung ist daher nicht erforderlich.“

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