Stimme+
Protestaktion von Klimaaktivisten

"Letzte Generation" dringt in Flughafen Stuttgart ein – Polizei beendet Aktion

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Am Donnerstagmorgen vermeldete die Gruppe "Letzte Generation" Protestaktionen in mehreren Flughäfen. Die Klimaaktivisten waren unter anderem in Stuttgart eingedrungen.

von dpa und unserer Redaktion

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

9:45 Uhr: Am Morgen protestierten Aktivisten der "Letzten Generation" auf mehreren deutschen Flughäfen – auch in Stuttgart. Die Polizei hat dort zwei Klimaaktivistinnen in Gewahrsam genommen. Die Frauen hatten sich auf einer Zubringerstraße zur Start- und Landebahn des Airports festgeklebt. Sie wurden bei dem Polizeieinsatz vom Boden abgelöst und leisteten keinen Widerstand, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen auf Anfrage sagte. Der Flugverkehr war nach ergänzenden Angaben der Bundespolizei von der Protestaktion nicht beeinträchtigt.

Die Aktion auf dem Flughafen hatte am Morgen gegen 5.40 Uhr begonnen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie endete demnach kurz nach 8.00 Uhr. "Jeweils zwei Menschen in orangen Warnwesten drückten friedlich ihren Widerstand aus, indem sie Banner mit der Aufschrift "Oil kills" und "Sign the treaty" zur Schau stellten", berichtete die Organisation selbst laut Mitteilung. "Die Start- und Landebahnen wurden dabei nicht betreten."


"Letzte Generation" dringt in Flughafen Stuttgart ein – Bundespolizei im Einsatz

Erstmeldung, 6:34 Uhr: Die Klima-Initiative "Letzte Generation" hat in mehreren Städten Protestaktionen gestartet. Je zwei Aktivisten drangen Angaben der Organisation zufolge in orangen Warnwesten auf die Flughäfen Berlin-Brandenburg, Stuttgart, Nürnberg, Köln-Bonn und Karlsruhe ein. dpa-Fotografen vor Ort bestätigten die Vorgänge. 

Die Klima-Initiative "Letzte Generation" hat in mehreren Städten Protestaktionen gestartet.
Die Klima-Initiative "Letzte Generation" hat in mehreren Städten Protestaktionen gestartet.  Foto: Marius Bulling (dpa)

Sie drücken "friedlich ihren Widerstand aus, indem sie Banner mit der Aufschrift "Oil kills" und "Sign the treaty" zur Schau stellten, berichtete die Organisation laut Mitteilung. "Die Start- und Landebahnen wurden dabei nicht betreten."

Klimaaktivisten am Stuttgarter Flughafen: "Letzte Generation" mit friedlichem Protest

Am Flughafen Köln/Bonn musste der Flugbetrieb infolge der Protestaktion nach Polizeiangaben zeitweise eingestellt werden. Auch nach der Wiederaufnahme könne es noch zu Verzögerungen kommen, teilte der Flughafen mit. Die Aktivisten hatten sich demnach Zutritt zum luftseitigen Bereich des Flughafengeländes verschafft. In einem Zaun des Geländes sei ein Loch entdeckt worden.

Mitglieder von der "Letzten Generation" nahmen auch schon am Tag zuvor an einer Protestaktion am Flughafen München teil. (Archivbild)
Mitglieder von der "Letzten Generation" nahmen auch schon am Tag zuvor an einer Protestaktion am Flughafen München teil. (Archivbild)  Foto: Peter Kneffel

Auch in Nürnberg wurde der Flugbetrieb nach Angaben eines Polizeisprechers für etwa eine Stunde eingestellt. Zwei Klimaaktivistinnen waren nach Angaben der Polizei am frühen Morgen auf das Rollfeld des Flughafens vorgedrungen. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einem Loch im Zaun im südlichen Bereich der Rollbahn. In dessen Nähe lägen zwei Bolzenschneider.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

"Letzte Generation" in Flughäfen eingedrungen – keine Auswirkungen in Stuttgart

Am Flughafen Berlin klebten sich nach Angaben der Brandenburger Landespolizei zwei Menschen im Alter von 21 und 22 Jahren auf dem Gelände fest. Sie seien kurz darauf losgelöst und in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung am Zaun, Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz. Beide sind der Polizei demnach "durch gleichgelagerte Delikte" bekannt. Angaben zum Geschlecht der Aktivisten machte die Polizei nicht.

In Stuttgart gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Auswirkungen, erklärt ein Sprecher der Bundespolizei gegenüber der Heilbronner Stimme. Gegen 5:45 Uhr hätten sich zwei Personen unberechtigten Zutritt verschafft. Wie genau, dazu wollte der Sprecher zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben. Die Klimaaktivisten haben sich auf einer Zubringerstraße zur Flug- und Landebahn festgeklebt.

Härtere Gesetze sollen Klimaaktivisten von Aktionen an Flughäfen abhalten

Die Letzte Generation fordert radikalen Klimaschutz, darunter den völligen Verzicht auf Kohle, Öl und Gas. Sie fordern den Abschluss eines dahingehenden internationalen Vertrags. Seit Anfang 2022 organisierte die Gruppe Straßenblockaden, bei denen sich die Teilnehmer festklebten. Zwischenzeitlich hatte sie aber angekündigt, ihre Strategie zu ändern und künftig auf Festkleben zu verzichten. Die Klimaaktivisten haben zuletzt auch schon mehrfach Störaktionen auf Flughäfen durchgeführt, Ende Juli etwa auch an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt.

Die Bundesregierung will mit einer Verschärfung des Luftsicherheitsgesetzes radikale Klimaschützer und andere Störer von gefährlichen Aktionen auf Flughäfen abhalten. Kern der geplanten Reform, über die dann noch der Bundestag entscheiden muss, ist die Schaffung einer neuen Vorschrift, die das "vorsätzliche, unberechtigte Eindringen" unter anderem auf das Rollfeld sowie die Start- und Landebahnen unter Strafe stellt – und zwar dann, wenn dadurch die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs beeinträchtigt wird. 

Nach oben  Nach oben