„Ist bedienerfreundlich“: Bei Bildungsmesse Didacta steht auch Künstliche Intelligenz im Fokus
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Frühkindliche Bildung, Angebote für ältere Technikfreaks: Bis Samstag findet die Bildungsmesse Didacta in der Messe Stuttgart statt. Mit dabei sind auch Angebote rund um die Künstliche Intelligenz.
Auch Start-ups präsentieren ihre KI-Lösungen auf der Bildungsmesse Didacta: Lukas Portmann (links) und Tobias Schröder mit ihrem Programm Paddy.
Foto: Gajer, Simon
Die Experimenta wirbt bei der Didacta genauso für sich wie die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM). Die Bundeswehr ist mit einem Stand präsent, zahlreiche Auslandsschulen machen mit farbigen Fotos Lust auf eine Zeit in Übersee. Es blubbert sogar bei der großen Bildungsmesse in Stuttgart bei präsentierten Angeboten für ältere Schüler, sogar Greifer bewegen sich, während die Besucher vorbeischlendern. Und für Grundschüler gibt es Kartenspiele, die Pädagogen gleich kaufen können.
Und natürlich gibt es sie auch noch: Schulbücher in gedruckter Form. Sie liegen in langen Regalreihen aus, um von Lehrern und Schulleitungen in Beschlag genommen zu werden.
Bildungsmesse Didacta in Stuttgart: Schulbuchverlage spielen bei Künstlicher Intelligenz mit
Doch Bildung heutzutage ist mehr als Print. Diverse digitale Tafeln hängen in einer Halle der Messe Stuttgart, unterschiedlich groß, verschieden in der Handhabung. Und dass die Verlage mittlerweile mehr können - und müssen -, als Bücher zu drucken, beweisen sie ebenfalls. Oft ist zu hören: Sie böten schon weitaus mehr an, als Schulen nachfragen wollen.
So wie beispielsweise der Ernst-Klett-Verlag. Mit digitalen Angeboten können Schüler lernen, was hinter Künstlicher Intelligenz (KI) steckt. Ein Chatbot beantwortet beispielsweise im Stil von Albert Einstein alle Fragen, auch wenn sie sich nicht um Physik drehen. Und bei einzelnen fachspezifischen Angeboten kommt KI zum Einsatz. In allen Fächern, sagt Anja Vrachliotis, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Mathe, Deutsch, Fremdsprachen: Überall dort, wo die Lehrer die Leistungen der Schüler bewerten wollen, könne KI eingesetzt werden - „als intelligentes Feedback“, sagt sie. Beispiel Mathe: Die Anwendung passe sich dem jeweiligen Niveau der Schüler an.
Sogar Start-ups werben bei Lehrern für sich
Die Didacta ist mehr als eine Präsentation der ganz großen Bildungsakteure. Auch Start-ups stehen für Gespräche bereit - sofern sie wollen. Der Infostand, bei dem eine KI sogar Handschriften erkennen soll, ist am Eröffnungsvormittag nicht besetzt. Dafür gibt es die Tüftler, die die Anwendung Paddy entwickelt haben, gleich im Doppelpack.
Während Corona haben Lukas Portmann und Tobias Schröder als Schüler begonnen, die Lehrer fit zu machen in Sachen Digitaler Unterricht. Jetzt präsentieren sie bei der Didacta ihr erst wenige Monate altes KI-Angebot namens Paddy, bei dem beispielsweise Lehrer die Aufgaben und Probeklausuren hinterlegen, damit Schüler damit arbeiten können.
Junges Unternehmen setzt auf eine benutzerfreundliche Anwendung
„Es ist benutzerfreundlich“, wirbt Lukas Portmann für Paddy. Denn Lehrer wollen sich seiner Meinung nach nicht lange in neue Anwendungen hineindenken müssen, sondern sie schnell einsetzen. Wenn Schüler damit arbeiten, bekommen die Lehrer die Übersicht: Wie gut waren die Kinder bei der ersten, wie gut bei der finalen Abgabe der Arbeiten? Wo besteht Nachholbedarf?
Auf Übersichtlichkeit setzt auch die recht junge Schweizer Firma Classtime. Der „ganzheitliche Ansatz“ ist Manuel Wrobel ein Anliegen: Egal in welchem Fach, „außer vielleicht Sport“, können die Lehrer alles damit machen. In Mathe läuft auch noch nicht alles rund. Mit einem digitalen Stift könne man noch nicht arbeiten, aber auch daran tüftele man.
Vom Formulieren der Frage bis zur Korrektur sei mit ihrem Programm alles möglich, sagt Manuel Wrobel. Und Lehrer müssen nicht mehr so viel selbst korrigieren wie bislang. Von einer Ersparnis von bis zu 90 Stunden pro Schuljahr ist bei ihm die Rede.
Hacker School bei der Didacta: Kommendes Schuljahr wird Informatik wichtiger
Künstliche Intelligenz und Informatik: Mit den Veränderungen zum nächsten Schuljahr in Baden-Württemberg kommt dem Fach Informatik in den weiterführenden Schulen eine neue Bedeutung zu. Und damit auch der Hacker School, die in die Schulen geht, damit Kinder und Jugendliche selbst programmieren können.
Bettina Wiebe, die selbst Informatik unterrichtet und für die Hacker School unterwegs ist, rechnet mit deutlich mehr Interesse an den Kursen im kommenden Schuljahr. „Die Nachfrage wird kommen“, sagt sie. Es fehlten doch Informatik-Lehrer. Bettina Wiebe hat sich erst mit über 50 stärker für Informatik interessiert, jetzt ist sie davon begeistert und motiviert andere. „Ich musste in die Welt der Kinder eintauchen.“
Bildungsmesse Didacta
„Demokratie braucht Bildung – Bildung braucht Demokratie“: Unter diesem Motto findet noch bis Samstag, 15. Februar, Europas größte Bildungsmesse mit 1500 Veranstaltungen und 700 Ausstellern statt. Sie öffnet von 9 bis 18 Uhr. Karten im Normalpreis kosten online 17 Euro. Ab 13 Uhr kostet der Eintritt zwölf Euro, Dauerkarten sind für 36 Euro zu haben, Mitglieder einer Gruppe zahlen 14 Euro. Vor Ort sind Karten jeweils drei Euro teurer. red
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