Mordprozess um Raser-Unfall in Ludwigsburg: Zeuge im Gerichtssaal festgenommen
Bei einem illegalen Autorennen sollen zwei Brüder durch Ludwigsburg gerast sein. Am Ende sind zwei unbeteiligte Frauen tot. Nun wird ein Zeuge noch im Gerichtssaal festgenommen.
Nach dem mutmaßlich illegalen Autorennen mit zwei Toten in Ludwigsburg ist der Gerichtsprozess bereits in vollem Gange. Bei der Sitzung am Freitag kommt es zu einem überraschendem Zwischenfall: Ein Zeuge wird noch im Gerichtssaal festgenommen.
Mordprozess nach Raser-Unfall: Brüder beschleunigten auf 150 km/h in Ludwigsburger 30er-Zone
Der Vorwurf gegen die zwei Tatverdächtigen lautet Mord. Die Brüder im Alter von 32 und 35 Jahren sollen sich am Abend des 20. März in Ludwigsburg ein Autorennen in einer Tempo-50-Zone geliefert und ihre Limousinen teils auf bis zu 150 Kilometer pro Stunde beschleunigt haben.
Bei dem Unfall rammte der jüngere der beiden den Wagen von zwei jungen Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren, die in den Trümmern ihres Autos ums Leben kamen.
Festnahme im Gerichtssaal: Zeuge soll Falschaussage getätigt haben
Bereist Anfang Dezember hatte eine Zeugin, die in einem der beiden Autos saß, ihre Wahrnehmungen aus der Unfallnacht geschildert. Am Freitag sagte dann ein weiterer Zeuge aus – und wurde kurzerhand noch im von den alarmierten Beamten im Landgericht Stuttgart festgenommen.
Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilt, steht der 36-Jährige im Verdacht, eine uneidliche Falschaussage getätigt zu haben. Zuvor soll er bereits einen Termin als Zeuge versäumt haben. Der 36-Jährige mit türkischer Staatsangehörigkeit wurde am Freitag bereits einem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Weil keine Fluchtgefahr bestehe, wurde der Haftbefehl anschließend außer Vollzug gesetzt und der Mann auf freien Fuß gesetzt.
Die Kammer will insgesamt rund 30 Zeugen und Gutachter hören. Ein Urteil wird erst für den kommenden April erwartet.
Stimme.de