Großbrand in historischer Weinstube in Metzingen: Gebäude ist einsturzgefährdet
Am Sonntagnachmittag kommt es in der Nähe des Metzinger Marktplatzes zu einem Brand. Betroffen ist die traditionsreiche Weinstube "Zum Rad".
Bei einem Gebäudebrand in Metzingen (Kreis Reutlingen) ist ein Schaden im einstelligen Millionenbereich entstanden. Diese erste Schätzung teilte die Polizei mit. Gegen 15.15 Uhr am Sonntag, den 24. November, war in der Pfleghofstraße ein Brand gemeldet worden. Rund um den Metzinger Marktplatz war dichter Rauch zu sehen. Laut Südwest Presse waren Stand 16.20 Uhr 42 Fahrzeuge im Einsatz. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.
Historische Weinstube "Zum Rad" in Metzingen brennt
Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintrafen, stand die linke Doppelhaushälfte den Angaben zufolge vollständig in Brand. Das Feuer ist auch auf die rechte Gebäudehälfte übergesprungen. In dieser befindet sich die traditionsreiche Weinstube "Zum Rad".

Alle Bewohner des Hauses sowie die Mitarbeiter und Gäste der im rechten Gebäudeteil befindlichen Gaststätte konnten das Haus rechtzeitig verlassen, wie es hieß. Die Bewohner, darunter auch ein Kind, wurden in anderen Wohnungen des Hausbesitzers untergebracht, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.
Brand von historische Weinstube in Metzingen: Gebäude einsturzgefährdet
Der Dachstuhl brannte vollständig aus, das Gebäude ist Polizeiangaben zufolge nicht mehr bewohnbar. Das Haus sei einsturzgefährdet. Inzwischen steht fest: Das Gebäude kann nach Informationen der "Südwest Presse" nicht gehalten werden. Es muss komplett abgerissen werden. Die Gebäudestatik muss demnach geprüft werden, auch um Beschädigungen an umliegenden Häusern auszuschließen.
In einem benachbarten Gebäude wurden die Menschen laut Polizei sicherheitshalber evakuiert, durften aber wieder zurück in ihre Wohnungen. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit bewegter Geschichte
Wie Stadtarchivar Rolf Bidlingmaier dem Reutlinger General-Anzeiger mitteilt, gehen die Ursprünge des Gebäudes auf die zweite Hälfte des 17- Jahrhunderts zurück. Zunächst betrieb dort der Pfarrersohn Alexander Friedrich Luz dort eine Konditorei. Ab 1828 verwandelte Metzger und Pferdehändler Philipp Adam das Gebäude in das Gasthaus "Zum Goldenen Bären", welches von 1840 bis 1853 von seinem Sohn geführt wurde. 1886 übernahm laut Bidlingmaier die Familie Schwab die Gastwirtschaft »Zum Rad«, die sie in Verbindung mit einer Metzgerei bis nach dem Zweiten Weltkrieg führte.
Bis 1979 stand sie anschließend leer. Dann eröffnete die bis heute bekannte Weinstube unter dem selben Namen, geführt von Andreas Tornow. Seit dem 9. September 2021 bot das Lokal unter dem Namen »Michio« japanische Fusionsküche und Sushi an. Nun ist das Gebäude zerstört.
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