Betreuung einklagen: Der Schritt der Eltern ist nachvollziehbar
Familien haben einen Rechtsanspruch auf Betreuung der Kinder in einer Kita. Weil Betreuer fehlen, klagen nun viele. Der nächste Unmut droht in den Grundschulen.

Eltern sind auf eine verlässliche Betreuung der Kinder angewiesen. Wenn der Gesetzgeber den Eltern verspricht, dass Kinder betreut werden, darf sich niemand über Klagen wundern, wenn eben diese Betreuung nicht klappt.
Von Anfang an hatte es Warnungen gegeben, dass Erzieher fehlen werden. So ist es nun tatsächlich gekommen: Wer heutzutage in diesem Bereich tätig ist, hat die freie Auswahl: Unzählige kommunale Träger suchen genauso Personal für Kitas wie kirchliche und private Einrichtungen.
Die Situation dürfte sich verschärfen, wenn in eineinhalb Jahren das Recht auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen langsam eingeführt wird.
Es ist richtig gewesen, trotzdem am Rechtsanspruch festzuhalten. Würde die Politik mit solchen Vorgaben immer warten, bis alle Rahmenbedingungen stimmen, tut sich am Ende überhaupt nichts. Es bliebe womöglich beim Status quo.
Jetzt muss dringend über die Qualität der Betreuung gesprochen werden. Was ist wirklich nötig, um die Kinder schon in der Kita zu fördern? Worauf kann verzichtet werden, ohne dass Kitas und Grundschulen zur Verwahranstalt verkommen? Diese ehrliche Debatte hätte schon längst abgeschlossen werden müssen – um für absehbare Engpässe beim Personal gewappnet zu sein.

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