Furcht der Baden-Württemberger vor Krieg – wenige würden selbst zur Waffe greifen
Laut der Umfrage BaWü-Check befürchten viele Baden-Württemberger eine Kriegsbeteiligung Deutschlands – doch nur jeder Vierte wäre bereit, das Land mit der Waffe zu verteidigen.
Die Sorge vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung ist in Baden-Württemberg weit verbreitet. Das zeigt der jüngste BaWü-Check der baden-württembergischen Zeitungsverlage. Dafür hat das Institut für Demoskopie Allensbach im April eine repräsentative Umfrage in der baden-württembergischen Bevölkerung durchgeführt. Demnach halten es 39 Prozent der Baden-Württemberger für eher wahrscheinlich (30 Prozent) oder sehr wahrscheinlich (9 Prozent), dass Deutschland in den nächsten Jahren in einen Krieg verwickelt wird. 47 Prozent der Befragten halten dies für eher unwahrscheinlich (38 Prozent) oder sehr unwahrscheinlich (9 Prozent).
Umfrage BaWü-Check: Nur jeder Vierte aus Baden-Württemberg würde das Land mit der Waffe verteidigen
Um die Verteidigungsbereitschaft des Landes ist es der Umfrage zufolge nicht gut bestellt. Lediglich 24 Prozent der Baden-Württemberger wären im Falle eines Angriffs auf Deutschland bereit, das Land mit der Waffe zu verteidigen. Eine klare Mehrheit von 52 Prozent wäre dazu nicht bereit. Von den Männern würden immerhin 34 Prozent zur Waffe greifen, bei den Frauen sind es nur 14 Prozent.
Für die Wiedereinführung der Wehrpflicht sprechen sich nur 22 Prozent der Baden-Württemberger aus. Ein Mehrheit von 54 Prozent plädiert für ein verpflichtendes Dienstjahr, das bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich abgeleistet werden könnte. 16 Prozent der Befragten lehnen beide Möglichkeiten ab.
Bürger sind skeptisch, ob Baden-Württemberg gut auf Katastrophen vorbereitet wäre
Zwar ist das Bewusstsein in der Bevölkerung für das Risiko von Krisen- oder Katastrophenfällen in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch es gibt eine verbreitete Skepsis unter den Bürgern, ob das Land für solche Fälle gut vorbereitet wäre. So sagen zwar 38 Prozent der Befragten, Baden-Württemberg sei gut oder sehr gut auf den Krisen- oder Katastrophenfall vorbereitet. Aber eine Mehrheit von 51 Prozent findet, dass das Land weniger gut oder gar nicht gut darauf vorbereitet ist.
Die befragten Bürger erwarten vom Land vor allem die Ausarbeitung von Notfallplänen, damit die Gesundheitsversorgung im Katastrophenfall sichergestellt ist - 92 Prozent halten dies für besonders wichtig. Eine bessere Ausstattung der Polizei, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks wünschen sich 89 Prozent, 88 Prozent halten regelmäßige Aus- und Weiterbildung von Einsatzkräften für besonders wichtig. Auch der Aufbau eines Medikamentenvorrats (86 Prozent), Vorkehrungen zum Schutz der Kommunikations- und Energienetze (85 Prozent) und eine verbesserte Information der Bürger im Katastrophenfall (80 Prozent) sind den Baden-Württembergern besonders wichtig.
Ergebnisse aus dem BaWü-Check: So sorgen die Bürger selbst für den Katastrophenfall vor
Die Bürger selbst sorgen nur bedingt für den Katastrophenfall vor. 64 Prozent haben einen Vorrat an Kerzen und Teelichtern, 58 Prozent haben Lebensmittel für mindestens zehn Tage zu Hause und 52 Prozent verfügen über einen Vorrat an Medikamenten. Trinkwasser für mindestens zehn Tage haben nur 40 Prozent der Befragten im Haus, über Heizmöglichkeiten ohne Strom, also Kohle- oder Holzofen, verfügen nur 29 Prozent der Baden-Württemberger.


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