Der BaWü-Check ist eine repräsentative Umfrage in der baden-württembergischen Bevölkerung, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Medienunternehmen im Südwesten, darunter auch die „Heilbronner Stimme“.
Umfrage zeigt: Mehrheit der Baden-Württemberger blickt besorgt in die Zukunft
Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg blicken mit Sorgen in die Zukunft. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Viele Bürger glauben, dass Deutschland seinen Zenit überschritten hat.
Die Stimmung im Land ist alles andere als gut, in vielen Bereichen, etwa in der Baubranche, herrschen Krisen. Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg blickt mit Befürchtungen und Skepsis in die nahe Zukunft. Das zeigt der aktuelle BaWü-Check des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der baden-württembergischen Medienunternehmen.
BaWü-Check: Bürger in Baden-Württemberg schauen mit Befürchtungen und Skepsis in die nahe Zukunft
Demnach blicken 37 Prozent der repräsentativ befragten Bürger mit Befürchtungen in die kommenden zwölf Monate. Vor einem halben Jahr waren es lediglich 26 Prozent. Jeder Vierte zeigte sich skeptisch, wie sich die Lage in den nächsten Monaten entwickeln wird. Mit Hoffnungen sehen nur noch 28 Prozent der Baden-Württemberger den nächsten zwölf Monaten entgegen – vor einem halben Jahr waren es noch 32 Prozent.
Viele Bürger sind zudem der Ansicht, dass Deutschland seinen Zenit überschritten hat. 43 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Deutschland seine besten Jahre hinter sich habe. 38 Prozent halten diese These für zu pessimistisch, 19 Prozent waren in dieser Frage unentschieden.
Dazu passt die Einschätzung der finanziellen Lage in Baden-Württemberg. Eine klare Mehrheit von 54 Prozent bezeichnet die finanzielle Lage des Landes als nicht gut, 35 Prozent nennen sie gut oder sehr gut. Im August 2022 hatten noch 47 Prozent der Baden-Württemberger die finanzielle Situation des Landes als gut oder sehr gut bezeichnet und 36 Prozent als nicht gut.
Baden-Württemberg sollte mehr Schulden machen, sagt die Hälfte der Befragten
Die Schuldenbremse auf Landesebene ist unter den Bürgern umstritten. 36 Prozent der Baden-Württemberger sind der Meinung, das Land sollte an dem Ziel festhalten, keine neuen Schulden aufzunehmen. Dagegen plädieren 50 Prozent der Befragten dafür, dass das Land seine Ausgaben in bestimmten Bereichen erhöht.
Zu diesen Bereichen zählen die befragten Bürger Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser und Sozialstationen, die Ausstattung von Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten, die Ausstattung der Polizei, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, den Wohnungsbau und den öffentlichen Personennahverkehr. Gespart werden könnte laut Umfrage dagegen bei Kultureinrichtungen wie Theatern und Museen, bei der Unterstützung von Sportvereinen und bei lokalen Klimaprojekten wie etwa dem Ausbau von Radwegen.
Bürger in Baden-Württemberg schränken sich bei Restaurantbesuchen und Urlauben ein
Die Allensbacher Demoskopen fragten die Bürger im Land auch, ob sie sich persönlich einschränken und in welchen Bereichen sie dies tun. Demnach sparen 60 Prozent der Befragten bei Restaurantbesuchen und jeder zweite bei Urlauben und Reisen. 47 Prozent schränken sich beim Kleidungskauf ein, ebenso viele Baden-Württemberger besuchen weniger Veranstaltungen und sparen bei Freizeitaktivitäten. Und jeweils 42 Prozent der Befragten schränken sich beim Heizen und beim Stromverbrauch ein.
„Insgesamt zeigt sich das Konsumklima zurzeit noch verhalten, und es ist offen, ob sich in der derzeitigen Gemengelage von Krisen, Risiken und Transformationsprozessen in absehbarer Zeit eine deutliche Verbesserung ergeben wird“, lautet das Fazit der Experten vom Institut für Demoskopie Allensbach.


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