Nach frühlingshaften Tagen – kommt Ende Januar der Winter zurück?
In Baden-Württemberg hat sich das Wetter zuletzt frühlingshaft gezeigt. Doch laut Meteorologen könnte der Winter gegen Ende des Monats mit voller Härte zurückkommen.
Das frühlingshafte Wetter in den letzten Tagen lässt bereits Vorfreude auf den Frühling aufkommen. Schnee und Eis sind vielerorts in Baden-Württemberg verschwunden, milde Temperaturen und sonnige Abschnitte laden zu Spaziergängen im Freien ein und erinnern eher an einen März als an einen Januar.
In den vergangenen Tagen kletterten die Temperaturen im Südwesten spürbar nach oben. Nicht nur entlang des Rheins wurden stellenweise zweistellige Werte gemessen, auch in Heilbronn zeigte das Thermometer in dieser Woche bis zu 13 Grad an.
Frühlingsgefühle im Januar: Meteorologen sagen neue Kälte für Baden-Württemberg voraus
Doch die Hoffnung auf einen frühen Frühling dürfte verfrüht sein: Meteorologen halten einen erneuten Kälteeinbruch gegen Ende des Monats für sehr wahrscheinlich. Die derzeitige Milderung ist nur von kurzer Dauer – klimatologisch befindet sich Deutschland weiterhin mitten im Hochwinter. Und dieser könnte in den kommenden Wochen noch einmal mit voller Stärke zurückkehren.
„Der Winter ist noch lange nicht vorbei“, sagt Meteorologe Kai Zorn, der auf Youtube einen eigenen Wetterkanal betreibt. „Der grobe Trend für die kommende Woche: viel Sonnenschein und relativ kalt mit Nachfrösten und tagsüber ein paar Grad im Plus.“ Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss ströme dabei trockenere, zugleich aber deutlich kühlere Luft aus östlichen Richtungen nach Baden-Württemberg.
Langfristige Wettermodelle deuten auf eisige Phase ab Ende Januar hin
Auch der Blick auf die längerfristigen Wettermodelle deutet auf eine mögliche erneute Kältephase hin. „Mit einer östlichen bis nordöstlichen Strömung werden beispielsweise ab dem 30. Januar minus 15 bis minus 25 Grad in rund 1500 Metern Höhe berechnet“, so Zorn. Auch in tieferen Lagen könnten das zweistellige Minuswerte bedeuten – und zwar als Tageshöchsttemperaturen.
Möglich wäre dabei die Ausbildung eines ausgeprägten Kältehochs, das sich von Frankreich über Mitteleuropa bis nach Sibirien erstreckt. „Ganz selten sieht man so etwas“, sagt der Meteorologe.
Kältehoch könnte auch Schnee nach Baden-Württemberg bringen
Eine solche Wetterlage würde nicht nur anhaltenden Frost mit sich bringen, sondern auch die Chancen auf Schnee deutlich erhöhen. Wie stabil und nachhaltig diese Entwicklung ausfällt, ist derzeit allerdings noch unsicher.
Kurzfristig bleibt es in Baden-Württemberg zunächst überwiegend ruhig. Am Wochenende zeigt sich das Wetter vielerorts freundlich, teils jedoch mit zähem Nebel oder Hochnebel, insbesondere in den Niederungen. Niederschläge werden nicht erwartet. Die Temperaturen liegen – abhängig von Sonne oder Nebel – zwischen null und acht Grad.
Unterm Strich gilt: Die derzeitige milde Phase ist nur ein Zwischenspiel. Der Winter hat noch Reserven – und könnte Baden-Württemberg in den kommenden Wochen erneut fest im Griff haben.


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