Nach Gasexplosion in Albstadt: Rettungshundestaffel Unterland im Trümmer-Einsatz
Mit Spürsinn und lautem Bellen suchen die Spürhunde unter den Trümmern nach Überlebenden – Arbeit, bei der jede Sekunde zählt.

Das Wohnhaus liegt in Schutt und Asche. Die Suche nach Überlebenden hat oberste Priorität. Konzentriert setzen die Rettungshunde eine Pfote vor die andere, schnüffeln sich durch das Chaos der Einsturzstelle. Bleibt einer der Hunde plötzlich stehen und bellt, ist das das Signal für die Einsatzkräfte: Hier könnte jemand unter den Trümmern liegen. Sofort beginnen die Helfer, an der markierten Stelle das Schuttfeld zu räumen.
So sieht ein typischer Einsatz der Rettungshundestaffel Unterland aus. Die sogenannten Mantrailer, also Personenspürhunde, nehmen Witterung an einem Kleidungsstück oder persönlichen Gegenstand der vermissten Person auf und folgen dann deren Spur.
Vergangene Woche wurden die Unterländer von der Rettungshundestaffel Tübingen zur Unterstützung nach Albstadt gerufen. Nach einer schweren Gasexplosion war dort ein Wohnhaus eingestürzt. Drei Mitglieder einer Familie konnten nur noch tot geborgen werden; mehrere Nachbarhäuser wurden beschädigt.
Rettungshundestaffel Unterland im Einsatz nach Gasexplosion in Albstadt
Für die Unterländer Staffel sind solche Katastropheneinsätze ungewöhnlich. „In der Regel suchen wir vermisste, demente oder suizidgefährdete Personen“, berichtet Timo Riexinger, erster Vorsitzender der Staffel, zugleich Hundeführer und Zugführer. In Albstadt waren acht Hunde aus Tübingen und zwei aus dem Unterland im Einsatz. Gefunden haben die Unterländer niemanden.

Entscheidend für die Arbeit der Mantrailer ist ihre Spezialisierung: Die Hunde sind ausschließlich darauf trainiert, lebende Menschen aufzuspüren. „Es wäre fatal, wenn sie auf Verstorbene anschlagen würden und wir dadurch von der Rettung Lebender abgelenkt werden“, erklärt Riexinger. Es gibt zwar auch spezielle Teams mit sogenannten KVP-Hunden – sie spüren „kürzlich verstorbene Personen“ auf –, doch die Unterländer Staffel besteht ausschließlich aus Mantrailern.
Größter Einsatz der Rettungshundestaffel: Suche nach Nuh Pektos in Bad Rappenau
Die Suche nach Vermissten folgt einem klaren System. „Wir grenzen das Gebiet ein und der Spürhund sucht es freilaufend ab – stets begleitet von seinem Hundeführer“, beschreibt Riexinger die Vorgehensweise. „Sobald der Hund auf einen lebenden Menschen aufmerksam wird, zeigt er das durch Bellen an.“
Einer der größten Einsätze der zurückliegenden Jahre war die Suche nach Nuh Pektos in Bad Rappenau. Der Senior war aus einer Tagespflegeeinrichtung verschwunden. Rund 80 Hunde waren damals im Einsatz – vergeblich. Erst eineinhalb Jahre später, im Februar des vergangenen Jahres, wurde der Mann tot aufgefunden.

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