Tradition lebt wieder auf
Bauhof restauriert alte "Gruhe" am Eierberg − Gießverein nutzt gemeinschaftlich gebaute Brunnen

Hitze Wir gießen bisher nur in den jungen Rebenbeständen und an den besonders trockenen Weinbergen in den Steillagen", berichtet Weingärtner Bernd Gröner, Vorsitzender des Löwensteiner Gießvereins. 110 Mitglieder hat der Verein, der die vier öffentlichen Wasserentnahmestellen in Löwenstein und den Ortsteilen Reisach und Hößlinsülz verwaltet. Aus den gemeinschaftlich gebauten Brunnen versorgen sich die Mitglieder des Gießvereins mit Wasser für ihre Rebanlagen, Gärten und Äcker. "Damit entlasten wir das öffentliche Wassernetz", so Gröner. Ein Rebstock benötige pro Gießgang 15 Liter Wasser, so der Vorsitzende. Wenn es richtig trocken wird, fallen bis zu 100 Kubikmeter am Tag an. Traktorgespanne bringen es. Auf über 200 Hektar Fläche wachsen in Löwenstein rund 800 000 Rebstöcke. Jeden zweiten Tag ist Marion Hermann vom Bauhof mit dem Transporter unterwegs, um die blühende Pracht in Blumenkästen und Kübeln der Stadt zu bewässern. Rund 1000 Liter am Tag braucht sie für die Pflanzen auf öffentlichen Plätzen.
Kruge Löwenstein hat eine historisch interessante Attraktion zu bieten. Oberhalb der Weinberge am Eierberg haben die Bauhofmitarbeiter nach Hinweisen von Helmut Bäuerle vom Schwäbischen Albverein die verschütteten Überreste einer alten "Gruhe" oder Kruge aus Sandstein ausgegraben. Mit diesen Sandsteinen restaurierten Bauhofchef Michael von Hanxleden und seine Mitarbeiter die Kruge am alten Standort. "Darauf sind wir richtig stolz", sagt von Hanxleden. Damit Touristen wissen, was es mit der hohen Sandsteinbank auf sich hat, hat der Bauhof ein Schild angebracht: Weingärtner und Landwirte konnten auf dem Balken ihre Lasten, die sie auf dem Rücken trugen, absetzen und wieder aufnehmen. Auf der niederen Bank ruhten sie sich aus.
Waldtribüne Anfang der Woche haben die Mitarbeiter der Firma Benignus die Betonblöcke der Tribüne beim Schulhof ausgefugt. In seiner Sitzung am Donnerstag hat der Gemeinderat den Auftrag für das Treppengeländer mit Absturzsicherung für 9205 Euro an die Firma Hemmerlein aus Lauffen vergeben.
Waldkalkung Über Stadt und Staatswald kreist der Arbeitshubschrauber der Luftreederei Meravo aus Oedheim. Im Minutentakt entleert der Pilot Gunther Wlasak seinen Transportkübel mit Dolomitkalk für die Waldbodenschutzkalkung. Die Forstverwaltung kalkt 165 Hektar Stadtwald in Löwenstein, um den Auswaschungen von Mineralien durch sauren Regen und einer Übersäuerung des Waldbodens zu begegnen. Förster Alexander Fichtner sperrt die zu kalkenden Flächen.
Fotopreis "Gegenlicht", hieß das Thema eines international ausgeschriebenen Profifotowettbewerbs, bei dem sich Fotografenmeisterin Martina Stephani-Poggel aus Löwenstein-Hößlinsülz den beachtlichen neunten Rang in der Schweiz sicherte. Die Profifotografin überzeugte die Jury mit der poetisch anmutenden Aufnahme einer jungen Frau in einer malerischen Kulisse der Region.


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