Solarstrom statt Aufforstung
Gemeinderat möchte Erddeponie auf Horkenberg für Photovoltaikanlage erschließen

Auf der ehemaligen Erddeponie des Landkreises auf dem Löwensteiner Horkenberg sind die Planierraupen und Vibrationswalzen der Firma Seufer damit beschäftigt, das Gelände zu modellieren, die Erdmassen zu verdichten und den alten Bauschutt mit einer ein Meter dicken Humusschicht zu bedecken. Nun hat der Landkreis Heilbronn bei der Stadt den Antrag gestellt, der abfallrechtlichen Änderungsgenehmigung für Geländemodellierung und Rekultivierung des ehemaligen Sandgrubengeländes sowie einer Erhöhung des Deponievolumens um 91 000 Kubikmeter Überschussmasse zuzustimmen.
"Das Fazit eines Gutachtens ist es, die Deponie massemäßig so zu belassen, wie sie derzeit ist", erläuterte Stadtrat Dieter Bopp als Sitzungsleiter und Stellvertreter von Bürgermeister Klaus Schifferer den Verwaltungsantrag. Er plädierte jedoch dafür, die Idee einer Photovoltaik-Anlage weiterverfolgen.
Randfläche "Unsere Aufgabe war es, die Massen zu ermitteln und die Geländemodellierung so zu planen, dass unter Berücksichtigung des Wegenetze eine Rekultivierung und Bewirtschaftung der Fläche wieder möglich ist", erläuterte Planer Herbert Ehrlich vom Heilbronner Planungsbüro Walter und Partner die Aufgabenstellung seitens des Landratsamtes. Einige Randflächen seien bereits wieder aufgeforstet.
"Es geht darum, die zu viel eingebrachte Masse umzuverteilen und dann die Fläche von rund vier Hektar abschnittsweise wieder zu bepflanzen", erklärte Stadtrat und Förster Alexander Fichtner. Die Mischung aus Bauschutt und Erde sei für eine Bepflanzung völlig ungeeignet. Derzeit werde eine Teilfläche mit Mutterboden von den Baustellen der Windkraftanlagen abgedeckt. "Die Rekultivierung der Deponiefläche war einmal Bedingung für die Genehmigung der Sandgrube der Firma Waldbüßer", so Fichtner. Er glaube nicht, dass es möglich sei, eine Genehmigung zur Waldumwandlung zum Bau einer Photovoltaik-Anlage zu bekommen, auch wenn der Platz ideal sei. Zudem benötige man dann Ausgleichsflächen, die es derzeit nicht gebe. Er habe auch statische Bedenken.
Energiestadt "Hat die Stadt Nachteile, wenn wir die Überschussmasse genehmigen?", wollte Tobias Schock wissen. Es gebe weder Vor- noch Nachteile, meinte Dieter Bopp. Diese Fläche in der Nachbarschaft der Windenergieanlagen mit ihrer vorhandenen Infrastruktur zur Stromeinspeisung biete Löwenstein eine Möglichkeit, "Energiestadt" zu werden. Er sei dafür, dem Antrag so nicht zuzustimmen.
"Ich wär da vorsichtig", sagte Dieter Sammet. Er habe Bedenken, dass die aufgefüllte Fläche ins Rutschen komme. "Wir brauchen dann eine geologische Prüfung", so Fichtner. Einstimmig plädierten die Stadträte dafür, die Geländemodellierung wie beantragt durchzuführen. Auch der Massenerhöhung um 91 000 Kubikmeter stimmte das Ratsgremium unter der Auflage zu, mit dem Landkreis über eine finanzielle Entschädigung zu verhandeln. Die abfallrechtliche Änderungsgenehmigung lehnte der Rat ab. Die Räte beauftragten die Verwaltung, Ausgleichsflächen zu suchen und die Waldumwandlungsgenehmigung für den Bau einer Photovoltaik-Anlage zu beantragen.
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