Liebe hat alles überbrückt
Hanna und Gerhard Hüfner feiern eiserne Hochzeit − Aus der DDR geflohen

Das Geheimnis ihrer langen Ehe? Fragt man Hanna Hüfner danach, kommt sofort die Antwort: "Grundlage ist die Liebe, die uns bis heute verbindet." Und Gerhard Hüfner erklärt: "Wir sind offen miteinander umgegangen. Oft waren wir verschiedener Meinung, weil wir sehr unterschiedlich sind. Bei allen Gegensätzen haben wir immer einen Kompromiss gefunden, um gut miteinander auszukommen." 65 Jahre sind die beiden glücklich miteinander verheiratet.
Arbeitskollegen Heute begeht das Ehepaar im betreuten Wohnen des Wüstenroter Seniorenzentrums Martha-Maria die eiserne Hochzeit. Erstmals begegnete sich das Ehepaar im Jahr 1948. Sie waren Arbeitskollegen im VEM Elektromotorenwerk in Grünhain, einem kleinen Ort im Erzgebirge. Am 4. August 1951 gaben sich die Hüfners in der evangelisch-methodistischen Kirche von Grünhain vor Pastor Rolf Ringeis das Ja-Wort.
"Sie war immer oben im Büro, ich ganz unten in der Montage, da ist sie bei der Arbeit oft vorbeigelaufen", erinnert sich Gerhard Hüfner. Seine Ehefrau Hanna war Buchhalterin. "Er hat immer geflirtet und mich einmal ins Kino eingeladen. Da haben wir uns dann verliebt", erzählt Hanna Hüfner, 1930 als Tochter eines Schlossers in Grünhain geboren. "Die Buntkarierten" habe der Film geheißen. Der 90-jährige Rentner erinnert sich noch an den Filmtitel. 1926 in Burkersdorf bei Burgstett in Sachsen als Sohn eines Lagerverwalters geboren, lernte Gerhard Hüfner nach der Dorfschule 1941 in der Baumwollspinnerei Schweizer Tal den Elektriker-Beruf. 1948 trat er eine Stelle als Monteur in den VEM in Grünhain an.
Romantische Verlobung "Wir haben uns 1950 heimlich auf der Insel Usedom verlobt. Das war romantisch", erzählt Hanna Hüfner. Die Hochzeit habe man am 4. August 1951 in der ausgeräumten Wohnung ihrer Eltern gefeiert. 1952 wurde Tochter Ursula geboren, 1955 erblickte Sohn Günter das Licht der Welt. "Wir haben 1957 der DDR den Rücken gekehrt und sind in den Westen geflüchtet", berichtet Gerhard Hüfner.
In Duisburg-Rheinhausen begann das Ehepaar mit seinen Kindern bei null. "Das war die schwerste Zeit in unserem Leben", sagt Hanna Hüfner. Ihr Mann arbeitete ein halbes Jahr als Bergmann. 1960 kam Tochter Barbara zur Welt.
Gerhard Hüfner bekam bei den Stadtwerken Duisburg eine Stelle als Elektriker. Er machte seinen Meister und stand fast 30 Jahre im Dienst der Stadtwerke. "Unser gemeinsames Hobby waren Tiffany-Glasarbeiten. Da haben wir alle Verwandten und Freunde mit Lampen versorgt", erzählt Hanna Hüfner. Die Wohnung in der Sonnenhalde schmücken heute noch viele bunte Glaslampen aus der ehemaligen Kellerwerkstatt.
Betreutes Wohnen Schwiegersohn Thomas sorgte 2007 für den Umzug des Ehepaars in das betreute Wohnen nach Wüstenrot. In der Sonnenhalde fühlen sich die Hüfners wohl und gut betreut. "Wir genießen bei unseren Spaziergängen die Natur und die gute Luft", sagt Gerhard Hüfner. Sein Ehejubiläum hat das Paar mit den Familien ihrer Kinder, sieben Enkeln und zwei Urenkeln bereits mit dem 90. Geburtstag von Gerhard Hüfner am 4. Juli in Hohenschwangau gefeiert.
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