Stimme+
Obersulm

Gespannt, erwartungsfroh, neugierig

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Zsolt Boda komplettiert Trio beim Evangelischen Jugendwerk Weinsberg

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich
Zsolt Boda vor der Dorfburg, dem Sitz des Evangelischen Jugendwerks Weinsberg in Obersulm-Affaltrach.Foto: Dennis Mugler
Zsolt Boda vor der Dorfburg, dem Sitz des Evangelischen Jugendwerks Weinsberg in Obersulm-Affaltrach.Foto: Dennis Mugler

Ich heiße Zsolt Boda, ich habe kein Geld, ich spreche kein Deutsch", so hat er sich 2003 bei der Evangelistenschule Johanneum in Wuppertal vorgestellt. "Kein Problem", habe ihm der Direktor geantwortet. Da hat der heute 32-Jährige seine Freunde angeschrieben, ob sie ihn bei seiner Ausbildung finanziell unterstützen. "Innerhalb eines halben Jahres hatte ich so viel zusammen, dass es reichte", erzählt der Siebenbürger Ungar. Jetzt ist er der neue Jugendreferent beim Evangelischen Jugendwerk Weinsberg (EJW), komplettiert damit das Trio in Affaltrach nach dem Weggang von Ursel Braun im Februar.

Kfz-Mechaniker Zsolt Boda hat trotz seiner jungen Jahre schon eine interessante Vita. Nachdem er im rumänischen Zalu, wo er aufwächst, die ungarische Schule abgeschlossen hat, macht er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und Maschinenbauer, gründet mit 17 mit Freunden eine Autowerkstatt. Da ist er schon in der Jugendarbeit seiner Kirchengemeinde engagiert, im Jugendkreis und bei Freizeiten. Durch seine Geschäftskontakte nach Deutschland und in die Niederlande erfährt er von einer mehrmonatigen Mitarbeiterschulung beim CVJM in Berlin. Noch zögert er, "weil ich ziemlich viel Geld verdient habe", sagt Boda, der mit seiner Frau und dem sechs Monate alten Sohn bereits nach Sülzbach umgezogen ist.

Ein halbes Jahr später hat er ein Schlüsselerlebnis, einen schweren Verkehrsunfall. Sein Auto hat Totalschaden, ihm und seiner Beifahrerin passiert aber nichts. Diese sagt zu ihm: "Gott hat unser Leben gerettet." Da fragt sich Boda, warum. "Ich habe mich auf den Weg gemacht, es herauszufinden." Und er findet es heraus: "Weil Gott mich liebt."

Boda ergattert einen der wenigen CVJM-Patenschaftsplätze in Berlin, um sich in acht Monaten zum ehrenamtlichen missionarischen Jugendleiter fortzubilden. Grundkenntnisse in Deutsch hat er, als er sich entscheidet, aus seiner Berufung einen Beruf zu machen. Um besser Deutsch zu lernen, absolviert er eine Art Freiwilliges Soziales Jahr beim Evangelischen Jugendwerk Brackenheim, ehe es nach Wuppertal geht.

Der Neue beim EJW bringt Erfahrung aus drei Jahren beim CVJM Bayern und fünf Jahre beim Jugendverband Entschieden für Christus in Niedersachsen mit. Das Profil des EJW hat ihn interessiert, zudem hat es ihn und seine Frau wieder nach Süden gezogen. "Meine besten Freunde sind fast alle Schwaben", sagt der 32-Jährige mit dem leichten Akzent, dem rollenden R. Der Aufgabenbereich passe gut zu seinen Gaben. Boda übernimmt die Teenagerarbeit, als "Brücke zwischen Jungschar und jungen Erwachsenen" und Junge Erwachsene. Projekte wie das Wort zum Montag, Achtzehn +, Djego (Gottesdienst für junge Erwachsene) oder die Freizeiten ab 14.

Er könne auf Menschen zugehen, Beziehungen aufbauen. "Ich verkündige gerne". Dem Siebenbürger Ungar, der sich in missionarischer Sportarbeit und Erlebnispädagogik weiterbildet, liegt auch das Predigen. Er freut sich auf das Team, ist er bisher doch meist Einzelkämpfer gewesen. Er ist gespannt, erwartungsfroh und neugierig. Ganzheitliche Jugendarbeit für Körper, Seele und Geist ist ihm wichtig. "Wir müssen viel mehr auf Leute zugehen, ihnen in ihrer Lebenswelt begegnen." Nicht nur auf "Komm-Struktur" setzen, sondern auch auf "Geh-Struktur". Authentisch sein, das will der Jugendreferent. "Ich vertraue auf Gott. Er sagt, ich kümmere mich um dein Leben." Und so müsse er sich nicht jeden Tag sorgen, was komme.

Sportlich "Die Familie ist sehr stolz auf meinen Weg", sagt Boda, dessen Eltern inzwischen in Ungarn leben, der Rest der Verwandtschaft ist weiter in Rumänien. "Ich bin Sportler durch und durch", verrät der Mann, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, von seinen Hobbys neben Fußball. Von teilweise "ganz verrückten Sportarten" wie Intercrosse, der Fair-Play-Variante von Lacrosse, oder Klettern.

Zsolt Boda wird beim WzM, dem Wort zum Montag, am Sonntag, 5. Oktober, um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in Schwabbach eingesetzt.

Nach oben  Nach oben