Wanderweg zum Silberstollen wieder frei
Der Wüstenroter Rundwanderweg 3 vom Wellingtonienplatz zum Naturdenkmal Silberstollen war aus Sicherheitsgründen für Wanderer und Touristen neun Monate gesperrt. jetzt wurde die Sanierung von Himmelsleiter und Geländern an steilen Auf- und Abstiegen abgeschlossen.

In den vergangenen Wochen sanierten Forst- und Bauhofmitarbeiter sowie ein privater Forstunternehmer die Strecke mit der so genannten Himmelsleiter. An diesem Dienstag gab die Gemeinde Wüstenrot die Route bei einer Begehung mit den Forstmitarbeitern, einem Vertreter des Landratsamts und Mitgliedern der Albvereins-Ortsgruppe Wüstenrot wieder frei.
Weg ist eine wichtige Querverbindung
"Der Silberstollenweg mit blauem Punkt ist für unsere Albvereins-Ortsgruppe, Touristen und Wanderer eine wichtige Querverbindung zwischen Chausseehaus und dem Wellingtonien-Platz", erläutert Albvereins-Vize Rudolf Bauer. Die Strecke stellt eine Verbindung vom Franken- zum Georg-Fahrbach-Weg her. "Wir nutzen den Silberstollenweg bei unseren Wanderungen sehr gerne. Deshalb war die Sperrung für uns ein Problem", ergänzt Edith Karthe, Vorsitzende der Ortsgruppe. Schon am kommenden Wochenende ist eine Wanderung geplant.
Silberstollen sind historische Attraktionen
"Wir haben von Wanderern, Touristen und Schulen viele telefonische Anfragen bekommen, wann der sieben Kilometer lange Weg wieder begehbar ist", berichtet Carmen Wiederholl, die bei der Kommune für Kultur und Tourismus zuständig ist. Die beiden Silberstollen seien historische Attraktionen und in der neuen Freizeit-Wanderkarte für Kinder des Schwäbischen Waldes aufgeführt. Die sechs beschilderten Rundwanderwege der Gemeinde summieren sich auf rund 90 Kilometer.
"Wir sind um eine Sperrung dieses Wegs im Staatswald aus Sicherheitsgründen nicht herumgekommen. Die Geländer an den steilen Auf- und Abstiegen in den Waldklingen mit 176 Metern Höhenunterschied sowie an den Holzbrücken waren marode und morsch, der alte Holzstamm der Himmelsleiter war teilweise verfault", erzählt Förster Klaus Ulrich, Leiter des Forstlichen Hauptstützpunktes Stollenhof.
Sanierung war gleichzeitig ein Ausbildungsprojekt
Mit Ausbilder Torsten Lange und Förster Simon Zoller nahmen die vier Forstwirtslehrlinge Sebastian Keiling, Johann Pollehn, Carlo Bast und Stefan Walser die Sanierung als Ausbildungsprojekt samt Material- und Kostenberechnung in Angriff. In 130 Arbeitsstunden säuberten sie Treppenstufen, erneuerten die Geländer an Treppen und Brücken mit Esskastanien- und Fichtenholz, schnitten das Lichtprofil über dem Silberstollenweg frei.
"Das Schwerste war, die alten Pfosten des Geländers aus dem steilen Gelände heraus zu bringen", sagt Carlo Bast. Ein 22 Meter langer Douglasien-Stamm mit 61 Stufen ist die neue Himmelsleiter. "Den schwierigsten Part hatte Forstunternehmer Mike Leiß. Er hat den Stamm mit der Seilwinde seines Traktors ohne Beschädigung von Stamm und Gelände eingepasst", so Zoller. Das Geländer der Himmelsleiter installierte Bauhofchef Rainer Stettner mit seinen Mitarbeitern.
Himmelsleiter hat sich zu touristischem Aushängeschild entwickelt
Die rund 5000 Euro teure Maßnahme stärke die Erholungsfunktion des Wüstenroter Waldes, betont Remo Fuchs vom Kreisforstamt. "Die Himmelsleiter hat sich in den letzten Jahren zu einem touristischen Aushängeschild der Gemeinde entwickelt", so Bürgermeister Timo Wolf. Nun könne Naturparkführerin Sabine Reis wieder Führungen zum Silberstollen anbieten.
Im Forstlichen Hauptstützpunkt Stollenhof von Forst Baden-Württemberg in Wüstenrot gibt es zehn Ausbildungsplätze, aktuell sind acht besetzt. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre, für Abiturienten und Bewerber mit Berufsausbildung verkürzt sie sich auf zwei Jahre. Forstwirte, die nicht von der Forstverwaltung übernommen werden, sind bei Kommunen in Bauhöfen und Wald, bei privaten Waldbesitzern und Forstunternehmern gefragt. Mit einer Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister oder einem Forststudium kann man sich weiter qualifizieren.
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