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Lustige Osterhasen mit Ohren aus Birkenholz

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Der Obersulmer Martin Vollert verwandelt Holz in österliche Unikate - Sogar in Österreich stehen die bunten Figuren

Von Gustav Döttling
Lustige Osterhasen mit Ohren aus Birkenholz
Lustige Osterhasen mit Ohren aus Birkenholz

Von Gustav Döttling

Martin Vollert steht im Hof seines landwirtschaftlichen Anwesens an der Bandsäge aus den vierziger Jahren. Mit einem Handrad spannt er das Sägeblatt, dann schaltet er die Maschine an. Brummend setzt sich das Sägeband in Bewegung. Aus dem Schuppen hinter der Säge hat der Weingärtner im Ruhestand ein etwa ein Meter langes Birkenstammstück geholt. Nun setzt er es schräg an. Rasch hat er zwei Rohlinge für seine heiß begehrten Osterhasen aus Birkenholz in der Hand.

Seit vier Jahren bastelt der 75-jährige Rentner zu Ostern Mümmelmänner aus Birkenholz in verschiedenen Größen. „Nach meinem Schlaganfall vor vier Jahren hat mich meine Frau auf die Idee gebracht“, erzählt Martin Vollert. Er sei nicht mehr so beweglich gewesen, und gebastelt habe er immer gerne. Deshalb sei sein Hobby ein schöner Ausgleich. In dieser Zeit sind in seiner kleinen Werkstatt mehrere 100 Osterhasen, „alles Unikate“, wie Vollert betont, entstanden. Allein dieses Frühjahr sind schon über 30 Stück weggegangen.

Vor seinem Haus im Steinackerweg stehen im Garten immer noch zwölf Osterhasen in verschiedenen Größen neben dem mit bunten Eiern geschmückten Strauch Spalier. „Die meisten Hasen verschenke ich an Freunde und Bekannte“, erzählt Vollert. Erst vor wenigen Tagen hat seine Enkelin Claudia einen kleinen Meister Lampe mit in die Schule genommen und ihrer Lehrerin geschenkt. Nur manchmal, wenn ein Fremder unbedingt ein Langohr möchte, nimmt er auch Geld für seine kleinen Kunstwerke. Das wandert dann in die Sparbüchsen der Enkel.

Seine kleinen dünneren Hasen sägt Martin Vollert samt Ohren an der Bandsäge aus einem Stück. Für seine dickeren, größeren Figuren sägt er aus speziell ausgewählten krummen Ästen die Ohren. In seiner Werkstatt schraubt er sie mit kleinen Schrauben an die Rohlinge an. Anschließend werden die Ohren und die Gesichtsfläche mit Schmirgelpapier glatt geschliffen. „Wenn die Birkenstämme trocknen, bekommt das Holz Risse. Die muss man schließen“, sagt Vollert und zeigt, wie er mit Sägemehl und Holzleim einen Brei anrührt, mit dem er die kleinen Spalte im Holz verschließt.

Das Holz bekommt Vollert aus dem Gemeindewald. Dann muss es ein Jahr im Schuppen hinter dem Haus trocknen, damit es nach der Verarbeitung nicht mehr reißen kann. Nach dem Schmirgeln kommt die Feinarbeit. Weiß, Braun, Schwarz und Rot: Vier verschiedene Acrylfarben benutzt der Rentner für die lustigen Gesichter seiner Osterhasen. „Jeder sieht anders aus, deshalb ist auch jeder einmalig“, freut sich der Witwer über jedes seiner Bastelstücke.

Für die dickeren Hasen hat er sich etwas Besonderes ausgedacht. Aus einem Metallring schraubt er den Hasen einen Blumenschalenhalter vor den Bauch. Ob er denn wisse, wo seine Hasen überall hinkommen, wird Martin Vollert manchmal gefragt. „Ich weiß, dass in Rohrendorf einige stehen“, vermutet der Rentner, dass in Obersulms österreichischer Partnergemeinde die am weitesten gereisten Ergebnisse seines Hobbys zu finden sind.

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