Der Nachwuchs übt mit Gummibärchen

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Hohenloher Krankenhaus, Reha-Klinik und Altenheim Öhringen öffneten am Sonntag ihre Türen

Von Juergen Koch
Oberarzt Sven Unger assistiert der neunjährigen Nachwuchs-Chirurgin Anna Bühler, die mit Hilfe des Laparoskops und viel Fingerspitzengefühl ein paar Gummibärchen aus einer roten Paprika operiert. (Fotos: Juergen Koch)
Oberarzt Sven Unger assistiert der neunjährigen Nachwuchs-Chirurgin Anna Bühler, die mit Hilfe des Laparoskops und viel Fingerspitzengefühl ein paar Gummibärchen aus einer roten Paprika operiert. (Fotos: Juergen Koch)

Von Juergen Koch

Dixie und Swing im Foyer, Cocktails auf der Dachterrasse, dazwischen eine Fülle von Vorträgen, Vorführungen und Informationen - so präsentierten sich am Sonntagnachmittag Hohenloher Krankenhaus, Reha-Klinik und Altenheim in Öhringen.

Ob an der üppigen Obstoase im Foyer oder beim Mittagessen in Cafeteria und Altenheim - viele Besucher stärken sich erst mal für die Entdeckungstour. Wer keine Schleichwege kennt, tut gut daran, dem ausgeschilderten Rundweg zu folgen. Blutzucker- und Blutdruckmessungen, Fachvorträge zu Themen von Schlaganfall bis Blasenprobleme oder Physiotherapie hautnah - schon im Erdgeschoss ist für Abwechslung gesorgt.

„Das tut gut“, sagt Hildegard Müller aus Künsbach, die sich von Masseur Uwe Nerlich den Nacken massieren lässt. Physiotherapeut Thilo Hau erklärt derweil dem Sindringer Günter Reinhard an einem „Pull-up-and-down-Gerät“, wie man Schultern und Arme kräftigen kann. Infos der Diakoniestation, Seh- und Hörtests oder Sinn und Spaß im Ehrenamt sind die Themen im ersten Stock. Als Besuchermagnet erweisen sich die medizinischen Vorführungen. Medizin-Menschen zum Anfassen - nicht Halbgötter in Weiß - suchen hier das Gespräch mit den Besuchern. So erklärt Oberarzt Manfred Hermann Endoskop und Gastroskop zur Magen- und Darmspiegelung und nimmt manchem auch ein wenig Angst. „Das ist nicht so schlimm, wie’s aussieht“, beruhigt er.

Nicht weniger spannend geht es einen Stock höher zu, wo OP- und Diagnostik-Räume seltene Einblicke ermöglichen. „Willkommen in der Heimwerkerabteilung“, witzelt Oberarzt Claus Lang in der Unfallchirurgie und zeigt sein imposantes Repertoire an Stahlnägeln und Titanplatten. Als Nachwuchs-Chirurgin versucht sich Anna Bühler (9) aus Metzdorf. Mit Assistenz von Oberarzt Sven Unger übt sie sich in „minimalinvasiver Chirurgie“, um mit dem Laparoskop ein paar Gummibärchen aus einer Paprika zu operieren. „Die Kinder sind unsere tapfersten Mitstreiter“, meint Unger, der dieses Verfahren bei Blinddarmentzündungen, Gallenblasenentfernungen und Leistenbrüchen anwendet. Sichtlich Spaß hat Jasmin Wolf (8), die sich von Werner Rapp den Arm eingipsen lässt. „Der bleibt dran, bis Ferien sind“, vermutet ihre Mutter Bettina. Sie findet es „interessant, einmal zu sehen, was hinter den Türen ist, wo man als Besucher sonst nicht so hinkommt“.

Gut besucht werden auch die Angebote der fünf Selbsthilfegruppen. „Wer Bescheid weiß, hat nimmer so viel Angst“, meint Gudrun Fink-Osterritter von der Rheuma-Liga. Das gilt auch für die Gynäkologie im dritten Stock, wo besonders die wohnlichen Kreißsäle und die Gebärwanne für Aha-Effekte sorgen. „Rund 15 Prozent entscheiden sich bereits für eine Wassergeburt“, so Hebamme Annegret Hohmann.

Auch in Altenheim und Reha-Klinik kommt der Mix rund um Medizin und mehr bei den Besuchern bestens an. „Man merkt, dass die hier im Hause gute Arbeit leisten“, lobt Werner Specht aus Orendelsall. „Wir hatten eine durchweg gute Resonanz, eine freundlich-entspannte Atmosphäre und ein sehr interessiertes Publikum“, lautet das Fazit von Marketing-Leiterin Susanne Weber-Paul. Unterm Strich sei es gelungen, den Leuten aufzuzeigen, „uns gibt es und wir sind gut“, statt nur über „Betriebswirtschaft und Strukturpolitik“ für Gesprächsstoff zu sorgen.

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