Bürger machen alte Wasserstellen wieder flott
Schlichte und kunstvolle Brunnen prägen das Ortsbild in Kommunen des Weinsberger Tals - Oftmals ehrenamtliches Engagement

Auch im Zuge der Ortskernsanierungen sind vielerorts Brunnen an markanten Stellen errichtet worden. Der älteste Brunnen im Weinsberger Tal ist der Röhrenbrunnen in Eberstadt. Er wurde im Jahre 1784 erbaut und 1999 von der eigens dafür gegründeten Bürgerinitiative "Röhrenbrunnen" saniert. "Unsere Motivation bestand darin, das Andenken an die Tradition des Brunnens zu erhalten", sagt Professor Wolfgang Lüftner, der sich mit fundierten Sachkenntnissen bei der Gestaltung des historischen Brunnens eingebracht hatte. Und auch die Wiederherstellung des Brunnens am Ortseingang von Eberstadt - eine aufwändig restaurierter Viehtränke - ist dieser Bürgerinitiative zu verdanken. Die Einweihung des Brunnens wurde 2003 gefeiert.
Von den sieben Brunnen in der Gemeinde Eberstadt wird nur der Marktplatzbrunnen, der eine Eberskulptur darstellt, künstlich gespeist. Eine Umwälzanlage mit Speicherbehälter, der etwa 15 Kubikmeter Wasser fasst, sorgt dafür, dass das Wasser stetig fließt. Der Jahresverbrauch liegt bei etwa 20 Kubikmeter Wasser. "Daher sind auch die Kosten minimal", sagt Bürgermeister Timo Frey, der die jährlichen Wartungskosten auf 1000 Euro beziffert.
Dass ein Brunnen nicht nur eine Reminiszenz an vergangene Zeiten ist, sondern auch von symbolischer Bedeutsamkeit, weil Wasser elementar fürs Leben ist, das zeigt sich daran, dass Bürgerinitiativen und auch Vereine sich vermehrt alter Brunnen besinnen und sich auch dafür engagieren. Neben dem Röhrenbrunnen wurde der Eichbrunnen in Buchhorn, der Lennacher wie auch der Hölzerner Brunnen von Bürgern gestiftet oder restauriert. "Diese Brunnen werden von Ehrenamtlichen gepflegt, gereinigt und bepflanzt", beschreibt Bürgermeister Frey das bürgerschaftliche Engagement.
Auch in der Gemeinde Obersulm gibt es eine Bürgerinitiative, die derzeit in Eigenarbeit einen alten Brunnen in der Hirtengasse in Affaltrach baut. Der Sockel ist bereits errichtet. "Wir hoffen, dass der Brunnen im Juni wieder aufgebaut sein wird", sagt Renate Heusser die sich mit Anliegern für das Projekt zusammengeschlossen hat. Von den acht Brunnen in den Ortsteilen Sülzbach, Weiler, Affaltrach, Eichelberg und Eschenau ist lediglich im historischen Brunnen auf dem Marktplatz in Willsbach ein Wasserzähler eingebaut. Der Brunnen, der einst von einer eigenen Quelle gespeist wurde, ist inzwischen an eine Wasserleitung und Umwälzpumpe angeschlossen. Der Verbrauch liegt jährlich bei 15 bis 25 Kubikmeter Wasser. "Die Wartungskosten halten sich auch in Grenzen", sagt Kämmerer Karlheinz Schmidt.
Doch nicht jede Kommune ist mit so vielen Brunnen ausgestattet wie etwa Obersulm und Eberstadt. So gibt es in der Gesamtgemeinde Wüstenrot nur vier Wasserstellen, nämlich den Dorfplatzbrunnen vor der evangelischen Kirche in Wüstenrot, einen Brunnen auf dem Dorfplatz in Oberheimbach, ein historisches Exemplar an der Burgkirche in Maienfels und den Felsenbrunnen in Finsterrot, der aus einer Quelle gespeist wird.

Stimme.de