Zwischen Engagement und Desinteresse
Obersulm - In Sachen Politik sind junge Leute unterschiedlicher Meinung

Obersulm - Der Wahlkalender 2009 hat einiges zu bieten. Neben der Europawahl finden acht Kommunal-, vier Landtags- sowie die Bundestagswahl statt. Im Superwahljahr werden viele junge Leute das erste Mal ihre Stimme abgeben dürfen. Der Frage, was die hießigen jungen Leute vom Politikzirkus und Wählen halten, ist dieam Breitenauer See nachgegangen.
Meinungen
„Ich wusste noch nicht einmal, dass nächstes Jahr Wahlen sind“, erzählt Christian Haar (Fotos: Rösch) freimütig, während sein Blick über das ruhige Wasser des Breitenauer Sees schweift. Neben dem 23-Jährigen steht händchenhaltend Jacqueline Plaza und bekennt freimütig: „Politik ist einfach nicht mein Ding. Ich mache lieber Urlaub oder komme an den See.“ Dennoch möchte die 21-Jährige nächstes Jahr wieder wählen gehen, das habe sie auch bei der letzten Bundestagswahl schon getan. Wo die Löwensteinerin ihr Kreuzchen macht, weiß sie auch schon: „Ich wähle das, was meine Eltern wählen.“
Neben dem Beach-Volleyball-Feld macht Manuell Sperzel (15) eine Pause und benennt ein Problem, das nicht nur Jugendliche mit ihm teilen: „In der Politik und in den Nachrichten reden sie viel, aber ich verstehe nicht viel davon.“ Er verfolgt seit einiger Zeit die Nachrichten im Fernsehen, kritisiert jedoch, dass man ohne Hintergrundwissen oft nicht viel verstehe. So unterschiedlich die Jugendlichen sind, ist auch deren Einstellung zur Politik.


Engagement
Ähnlich denkt Katharina Kant. Bereits seit etlichen Jahren ist die 22-Jährige Mitglied der Jungen Union. Fast feierlich begründet sie ihr Interesse: „Ich finde es wichtig, mich politisch zu engagieren. Schließlich sind wir es, die beispielsweise darüber entscheiden, ob in Zukunft Krieg geführt wird oder nicht.“ Insgesamt ist der Zulauf bei allen politischen Jugend-Organisationen der großen Parteien relativ hoch. Ivan Curkovic (24) vom Juso-Kreisverband Heilbronn verzeichnet in den vergangenen Jahren auch bei den Minderjährigen einen Mitgliederzuwachs.
Bei der Grünen-Jugend steigen laut Leander Schreyer (19), einem der Vorsitzenden, die Zahlen, wenn auch moderat. Die Jungen Liberalen konnten die Anzahl der jugendlichen Mitglieder von drei auf 15 steigern, so der Kreisvorsitzende Christoph Knaf (23).
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