Zweites Pflegeheim liegt auf Eis

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Investor mit Planentwurf nicht einverstanden − Stadt bricht Verfahren ab

Von unserem Mitarbeiter Gustav Döttling
Wo jetzt noch Wiese ist, sollte vor dem Haus Stephanie ein zweites Pflegeheim entstehen. Doch dem Investor ist das Baufenster zu klein.Foto: Gustav Döttling
Wo jetzt noch Wiese ist, sollte vor dem Haus Stephanie ein zweites Pflegeheim entstehen. Doch dem Investor ist das Baufenster zu klein.Foto: Gustav Döttling

Löwenstein - Ein zweites Pflegeheim auf dem Löwensteiner Geißhölzle-Plateau wird es vorerst nicht geben. Der Grund: Die Investorenfamilie ist mit der Bebauungsplanung nicht einverstanden. Die Stadt wird deshalb das Planverfahren für das Gebiet zunächst nicht weiterverfolgen. "Für die Stadt macht es keinen Sinn, weiter Geld in ein Verfahren zu stecken, solange nicht feststeht, ob ein zweites Pflegeheim gebaut wird", sagte Bürgermeister Klaus Schifferer auf Anfrage der Heilbronner Stimme.

Kritik Heimbetreiber − die Klinik-Service GmbH der Klinik Löwenstein − und Investor kritisieren die vom Stuttgarter Stadtplanungsbüro Zoll vorgeschlagene Lage und Größe des Baufensters (bebaubarer Bereich).. "Ich wollte mich eigentlich nicht mehr äußern", hatte Stadtrat Dieter Bopp in der Gemeinderatssitzung gesagt. Es sei aber klar, man könne kein zweites freistehendes Pflegeheim bauen, wenn das Baufenster für das Hauskonzept zu klein sei. Man solle den Bebauungsplan aber nicht zu den Akten legen.

Als Geschäftsführer der Klinik Löwenstein Service GmbH hat Bopp das zweite Pflegeheim angestoßen. Die Löwensteiner Stadtverwaltung hatte nach dem Antrag des Betreibers umgehend das erforderliche Bebauungsplanverfahren eingeleitet und ein Stadtplanungsbüro eingeschaltet. "Mehr kann man als Planungsträger nicht machen", sagte Klaus Schifferer.

Der neue Entwurf für das Geißhölzle-Plateau sieht vor, fünf städtische Bauplätze zu einem großen Grundstück zusammenzufassen. Das sollte ermöglichen, das Haus Stefanie in Richtung Westen um ein zweites Gebäude zu erweitern.

"So können wir nicht bauen", so der Löwensteiner Unternehmer Walter Schock. Im vorgesehenen Baufenster könnten die Anforderungen für den wirtschaftlichen Betrieb eines Pflegeheims mit Demenzpflege nicht erfüllt werden, ergänzte der Sprecher der Investorenfamilie auf Nachfrage. Deshalb nehme man erst einmal vom rund drei Millionen Euro teuren Projekt Abstand.

Die Service GmbH hat ein Gebäude mit 36 Betten in Einzelzimmern auf zwei Stockwerken für die Normal- und Demenzpflege sowie die Anbindung durch einen Glasgang an das Haus Stefanie geplant. Erste Skizzen sehen ein Haus mit 45 Meter Länge und 21 Meter Breite vor.

Nach dreieinhalb Jahren Betrieb im Haus Stefanie sei seit 2009 absehbar, dass die Beatmungspflege künftig erheblich zunehme. Ein neues Konzept beinhaltet, dass im bestehenden Pflegeheim nur noch die Beatmungspflege erfolgt. Das zweite Heim sollte der Normal- und Demenzpflege dienen. "Für die Bewohner in der Demenzpflege ist ein besonderer Bewegungsbereich erforderlich", erklärte Bopp gegenüber der Heilbronner Stimme. Der sei bei der aktuell geplanten Baufenstergröße und -lage nicht realisierbar.

Modellhaft Die Service-GmbH wolle rechtzeitig die Weichen für die Ausweitung der Beatmungspflege stellen. Der AOK-Landesverband empfehle das Löwensteiner Modell bereits als Muster für andere Fachkliniken.

"Ein zweites Pflegeheim wäre im Interesse der Stadt, aber wir müssen auch stadtplanerische Aspekte berücksichtigen", sagte Klaus Schifferer. Im Auslegungsverfahren des Planentwurfs hätte der Investor Stellung nehmen können. Der Gemeinderat hätte dann auf die gewünschte Baufenstergröße eingehen können, meinte der Schultes. Für ihn ist der Fall jetzt zunächst abgeschlossen.

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