Zwei Meter Erfahrung

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Obersulmer Thomas Lüdecke als Leiter des Polizeireviers eingesetzt

Von Ralf Reichert
Polizeioberrat Thomas Lüdecke (links) ist der neue Chef des Polizeireviers Öhringen. Leitender Polizeidirektor Richard Diesch führte ihn in sein Amt ein.Foto: Ralf Reichert
Polizeioberrat Thomas Lüdecke (links) ist der neue Chef des Polizeireviers Öhringen. Leitender Polizeidirektor Richard Diesch führte ihn in sein Amt ein.Foto: Ralf Reichert

Öhringen - Ein Dialog auf Augenhöhe? Das fällt, im wahrsten Sinne des Wortes, verdammt schwer mit Thomas Lüdecke. 2,01 Meter misst der neue Leiter des Polizeireviers Öhringen. Markus Megerle bringt es nur auf 1,73 Meter. Und weil der Personalratsvorsitzende der Polizeidirektion Künzelsau nicht "ständig Stelzen oder einen Hocker mit sich herumtragen will" und Lüdecke qua Amt und Dienstgrad kaum vor ihm "auf die Knie geht", wird dieser Dialog auf Augenhöhe − Megerles großer Wunsch − "rein äußerlich" problematisch. "Aber wir werden sicher eine Lösung finden, und wenn Sie nur sitzen bleiben, wenn ich mit Ihnen rede." Abgesehen davon ist der Chef des Personalrats überzeugt: Lüdecke ist genau der Richtige für diesen Job. Wie Megerle ist der Obersulmer seit 1984 dabei: "Wir beide wissen, wie Polizei funktioniert." Er habe den nötigen Stallgeruch und blicke über den Tellerrand: "Die erfahrenen Beamten in Öhringen haben einen erfahrenen Chef verdient."

Schwung Auch Richard Diesch, Leitender Direktor der Polizeidirektion Künzelsau, muss zu seinem neuen Statthalter in Öhringen aufblicken: "Thomas Lüdecke bringt alle Voraussetzungen mit. Er hat den Beruf von der Pike auf gelernt." Zum Schluss des offiziellen Teils erklang das Stück "Neuer Schwung". War dieser also zuletzt verloren gegangen? Mitnichten, beruhigte Diesch. "Dieses Lied hat sich allein das Bläserensemble ausgesucht": ohne Hintergedanken. Thomas Lüdecke solle am besten das "beschwingt" fortführen, was Karl-Heinz Schulz erfolgreich aufgebaut und hinterlassen habe − im vergangenen halben Jahr übergangsweise verantwortet von dessen Stellvertreter Günther Stecher, dem dafür große Anerkennung zuteil wurde.

Thomas Lüdecke kennt Öhringen. Er hat neu gebaut in Affaltrach, vorher lebte der Obersulmer Gemeinderat und CDU-Fraktionssprecher in Eschenau. Den Blauen Saal im Schloss hat der 48-jährige Polizeioberrat auch schon gesehen: bei der Eisenbahnausstellung während des Weihnachtsmarkts. Dort wurde er als neuer Leiter des Polizeireviers eingeführt. Offiziell. Die ersten drei Wochen hat er schon hinter sich. Die ersten Erfahrungen? "Das Klima ist gut − trotz aller Mängel." Mängel? Ja, die sprach Lüdecke offen an. Allerdings bezogen sie sich nicht auf die Organisation und Leistung des Reviers, sondern auf die negativen Folgen der schwierigen politischen Rahmenbedingungen. Die Sicherheitsaufgaben werden immer komplexer − und die Beamten immer älter. Auch die Personalstärke ist kritisch. "Wir sind in einer Talsohle", die Politik müsse jetzt liefern. Sein Ziel: "Wir brauchen für die 55 000 Bürger im Revierbereich rund um die Uhr zwei Streifen."

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