Lernstoff mit Hilfe bewältigen
Weinsberg - Jule bietet Hausaufgabenbetreuung „Durchblick“ seit sieben Jahren an– Mitstreiter gesucht

Weinsberg - Die siebenjährige Edanur klingelt beim Türschild „Durchblick“ am Gebäude der Jugendhilfe im Lebensfeld (Jule) in Weinsberg. Die Grundschülerin geht wie ihre Cousine Zahide zweimal in der Woche zur Hausaufgabenbetreuung im zweiten Stock. Dort wartet Erika Hartlieb auf die beiden. Sie ist eine der sechs Ehrenamtlichen, die hier Montag- und Mittwochnachmittag beim Lernstoff und bei den Hausaufgaben helfen.
Unterstützung
Da ist ein Lückentext in Englisch zu füllen, ein Zahlenstrahl zu begreifen, der Geschichtstext flüssig zu lesen oder ein Diktat zu üben. Die Besucher kommen von der Grund-, Haupt- und Realschule. Die Atmosphäre ist herzlich und vertraut. Die Schüler wissen: Hier wird ihnen geholfen.
Seit sieben Jahren gibt es die Initiative „Durchblick“ bei der Jule. Anfragen zeigten damals, dass Bedarf da war, sagt Marion Herget. Sozialbenachteiligte Familien könnten sich eine teure Nachhilfe nicht leisten. Bei Kindern mit Migrationshintergrund fehle die Sprachkenntnis der Eltern, um helfen zu können. „Die Kinder und Jugendlichen kommen aus eigenem Antrieb“, sagt die Organisatorin. Das kostenlose Angebot spreche sich unter den Schülern herum. Bis zu 14 lernwillige Kinder bevölkern schon mal die Räume.
Tuba und Meditha haben mit der regelmäßigen Unterstützung den Sprung in die Realschule geschafft. „Ich verstehe jetzt vieles besser, die Betreuung hat mir sehr geholfen“, sagt Tuba. „Ich habe deutsch schreiben trainiert“, ergänzt Meditha, das klappt jetzt. Dass sie fragen können, dass Zeit ist zum Erklären, schätzen die beiden Mädchen. Erika Hartlieb und Selma Albrecht sind schon von Anfang an dabei. „Ich arbeite gern mit Kindern“, sagt die ehemalige Lehrerin und erfahrene Jugendleiterin im Sportverein. Erika Hartlieb wollte nach Jahren der Altenpflege in der Familie „etwas mit Kindern machen“ und stieg ebenfalls in die Hausaufgabenbetreuung ein.
Auch Claudia Seidel hat etwas Ehrenamtliches gesucht und macht jetzt bei „Durchblick“ in Ellhofen mit, im Raum der Kernzeitbetreuung in der Grundschule Ellhofen. Der ehemalige Lehrer Kurt Hornung arbeitete mit Schülern mit Sprachproblemen in der Vorbereitungsklasse der Hauptschule, bevor er zum Team stieß. Auf eine Anzeige im örtlichen Nachrichtenblatt hatte sich Rieke Busch für die Hausaufgabenbetreuung gemeldet. „Kinder brauchen hier Aufmerksamkeit und Zeit“, stellt sie fest. „Wenn sich Erfolg einstellt, ist das toll.“
Austausch
Die Ehrenamtlichen schätzen den regelmäßigen Austausch und die Fortbildung, welche die Jule ermöglicht. „Wir bekommen hier eine Anerkennung unserer Arbeit“, berichten sie Bürgermeister Stefan Thoma. Er informiert sich vor Ort über die ehrenamtliche Einrichtung. „Sie haben hier bereits etwas vorgelebt, das wir mit dem Ganztagesangebot am Bildungszentrum fortsetzen“, sagt er.
„Wichtig ist es, die richtigen Mitstreiter für eine Sache zu haben“, meint er. Der Bedarf ist da. „Wir suchen noch Leute“, fügt Marion Herget an. „Auch in Ellhofen brauchen wir dringend Verstärkung.“ Momentan sind insgesamt acht Ehrenamtliche bei „Durchblick“ dabei.
Informationen zur Hausaufgabenbetreuung „Durchblick“ bei Marion Herget, Telefon 07134/961210.
Stimme.de