Hauptschule soll Werkrealschule werden
Weinsberg - Weiterentwicklung soll zum Schuljahr 2010/2011 angegangen werden

Weinsberg - Die vom Landtag beschlossene Weiterentwicklung der Hauptschulen zu Werkrealschulen soll im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbandes "Raum Weinsberg" schnellstmöglich umgesetzt werden. Dies beschloss der Verband in seiner Sitzung einstimmig, nachdem zuvor die Kommunen Weinsberg, Eberstadt, Ellhofen und Lehrensteinsfeld bereits jeweils im Gemeinderat separat ihr Okay für die Abstimmung signalisiert hatten.
Konkret bedeutet das für die Hauptschüler, dass das neue pädagogische Konzept bereits ab dem fünften Schuljahr greift. Seither war ein "Aufsetzen" nach dem Hauptschulabschluss in der neunten Klasse möglich. Bedingung für eine Umwandlung ist eine mindestens zweizügige Schule. Wobei diese Voraussetzung in Weinsberg mit prognostizierten Zahlen von 44 Schülern (Schuljahr 2010/11), 47 Schülern (2011/12) und 41 Schülern im Folgejahr problemlos erfüllt wird. Ist die Schule erst einmal umgewandelt, verliert sie auch bei sinkenden Schülerzahlen nicht automatisch den neuen Status.
Förderung
Das pädagogische Leitprinzip sieht eine durchgängige individuelle Förderung der Schüler und eine intensivierte Berufswegplanung in allen Klassenstufen vor. Prägendes Merkmal ist vor allem die systematische Kooperation mit den zweijährigen Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung vermitteln soll. In Klasse zehn findet der Unterricht sowohl an der Werkrealschule als auch an der beruflichen Schule statt. Um die Zehntklässler darauf vorzubereiten, werden in den Klassen acht und neun insgesamt drei zweistündige Wahlpflichtfächer eingeführt, die an die Lehrinhalte der Berufsfachschulen angepasst sind.
Ein Wechsel von Klasse neun nach Klasse zehn ist abhängig von den Noten. Wer den erforderlichen Durchschnitt nicht erreicht, kann trotzdem den Hauptschulabschluss machen. Am Ende der zehnten Klasse steht eine Abschlussprüfung, die dem mittleren Bildungsabschluss entspricht. Danach können die Absolventen eine Ausbildung machen, das zweite Jahr der Berufsfachschule besuchen oder auf ein Berufskolleg oder berufliches Gymnasium wechseln.
Schulbezirk
Übergangsweise bis zum Jahr 2016 wird an der Werkrealschule noch der derzeitige Schulbezirk, also die Verwaltungseinheit "Raum Weinsberg", gelten. Für diese vom Landtag gewährte Möglichkeit votierte der Verband einstimmig, um der Schule Planungssicherheit zu geben. Danach ist sie wie andere weiterführende Schulen eine Wahlschule. Rektor Ernst Mayer gab sich jedoch vor den Delegierten optimistisch, dass sich dank des guten Rufes auch weiterhin viele Schüler der Nachbarkommunen für Weinsberg entscheiden werden. Bürgermeister Stefan Thoma untermauerte dies mit dem Ergebnis einer Fremdevaluation. Den Kostenfaktor sprach Eberhard Keilbach an. Mayer versprach keine steigenden Kosten, da die Schule schon seit Jahren zweizügig mit einer zehnten Klasse gefahren sei.
Stimme.de