Glockentürmchen wieder auf dem Dach
Familie Dietzsch-Doertenbach lässt historisches Gebäudeteil des Schlosses restaurieren

Lehrensteinsfeld - Die mit Blattgold verzierte Kugel leuchtet hell in der herbstlichen Morgenstunde auf dem historischen Türmchen im Areal des Lehrensteinfelder Schlosses. Noch stehen Dach und Unterbau des Glockenturmes getrennt auf dem Boden, in Kürze jedoch wird der historische Dachschmuck mit neuer Kugel und Spitze, mit Wetterfahne und restaurierten Balken und Holzkonstruktion wieder auf dem Dach des Lehrensteinsfelder Schlosses sein.
Gravur Über ein Jahr hat die originalgetreue Sanierung gedauert. Etwa 50 000 Euro hat sie verschlungen. Mehrere Facharbeiten mussten Hand in Hand geschehen, vom Blitzableiter über die Erneuerung der Kugel, die ein Specht durchlöchert hatte. Holzbalken aus Eiche, immerhin aus dem 17. Jahrhundert, mussten restauriert und ausgewechselt werden. Die Glocke des Türmchens trägt noch die Gravur von 1650. Eine neue Holzummantelung am Schieferdach kam dazu, Schieferschindeln aus dem 19. Jahrhundert wurden erneuert. Die Wetterfahne bekam ein neues Kugellager. Schreiner- und Zimmermannarbeiten an der Holzkonstruktion und Verstrebung für das Türmchen im Dachboden waren zu tätigen.
Schlossherr Dr. Maximilian Dietzsch-Doertenbach zeigt in lichter Höhe auf den ziegelfreien Teil des Daches, darunter der Schaft mit den historischen Eichenbalken. "Die sind mittlerweile hart wie Stein." Hier soll der Glockenturm wieder seinen Platz einnehmen.
Suche Vor vier Jahren hatte ein Sturm einige Schieferschindeln vom Dach abgedeckt, Holzteile hatten sich gelöst, eine Sanierung war unausweichlich. "Wir bemühen uns, eine qualitativ gute und dauerhafte Lösung zu finden", sagte Dietzsch-Doertenbach vor der Restaurierung. Dafür war er in ganz Deutschland unterwegs, um die entsprechende Fachfirma zu finden. In Thüringen ist er schließlich fündig geworden. "Dort hat man viel Erfahrung mit Fachwerk und Dachschmuck."
Der Arm des hohen Lastkranes fährt aus. Jetzt kommt die Maßarbeit. Millimetergenau setzt das Türmchen auf dem Holzunterbau auf, in dem die Glocke verankert ist. Rund 400 Kilogramm schwer ist das Teil. In die hohle, vergoldete Kugel hatte das Ehepaar Dietzsch-Doertenbach bereits eine aktuelle Ausgabe der Heilbronner Stimme und eine Chronik der Familie gelegt.
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