Container für Gras und Laub

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Tal Noch Anlaufschwierigkeiten für neues Angebot auf Häckselplätzen

Von Gustav Döttling
Werner Lachmuth aus Obersulm-Willsbach freut sich über die Möglichkeit, seinen Grasschnitt jetzt auf dem Obersulmer Häckselplatz loszuwerden.Foto: Gustav Döttling
Werner Lachmuth aus Obersulm-Willsbach freut sich über die Möglichkeit, seinen Grasschnitt jetzt auf dem Obersulmer Häckselplatz loszuwerden.Foto: Gustav Döttling  Foto: döttling

Weinsberger - Das ist vielleicht eine Schinderei“, stöhnt Reiner Stuart aus Ellhofen. Mit Hilfe des örtlichen Häckselplatzwart Heinz Biber wuchtet er auf dem neuen Häckselplatz einen Mülleimer voll Vertikutierabfall und Grasschnitt in einen orangefarbenen Container. „Dass ich jetzt Grasschnitt, Vertikutierabfall und Laub hier abliefern kann, ist schon eine tolle Sache. Meine Biotonne wäre schon längst voll“, begrüßt Stuart einerseits den neuen Service des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Heilbronn. Andererseits glaubt er, sei die Sache noch nicht richtig durchdacht, weil die Bordwand des Containers für das Einfüllen viel zu hoch sei. „Man könnte auch einen flacheren Container nehmen, der hinten ein Tor hat und der begehbar ist“, lautet die Idee des Häckselplatzwarts, wie man den Bürgern das Anliefern erleichtern könnte.

Abtransport „Eine Abfahrt ist nur alle drei Wochen vorgesehen“, hat Biber mit den Mengen Probleme, die seit kurzem angeliefert werden. Bereits nach zwei Tagen sei der Container voll gewesen, und er habe den Leuten erlaubt, den Rasenschnitt neben dem Container zu deponieren. Deshalb hat das Landratsamt bereits einen zweiten Container gestellt.

„Heute habe ich besonders viel, weil ich den Rasen meiner Mutter noch gemäht habe“, hält auch der Weinsberger Roland Hackert die Möglichkeit, den Grünschnitt auf den Weinsberger Häckselplatz zu bringen, für „eine gute Sache“. „Im April war nicht so viel los, das fängt jetzt erst an“, erwartet Platzwart Viktor Klock ab diesem Monat eine verstärkte Anlieferung. Auch in Weinsberg stehen zwei zehn Kubikmeter-Container, die der Landkreis von einem gewerblichen Unternehmer angemietet hat.

Eine andere Lösung bevorzugt man in Obersulm. Auf dem Häckselplatz steht ein Anhänger von Landwirt Klaus Reutter aus Wieslensdorf. Ein Treppengerüst macht es möglich, dass Behälter mit Grasabfall bequem in den Anhänger geschüttet werden können. „Ich wüsste sonst nicht, wohin mit dem Gras“, freut sich Werner Lachmuth aus Willsbach, dass er nicht mehr seine Biotonne füllen muss und entleert seinen großen 200 Litersack in den Anhänger.

„Ich habe auch schon wieder Leute wegschicken müssen“, sagt Platzwart Klaus Kübler. Blumen- und andere Gartenabfälle müssten wie bisher über die Biotonne entsorgt werden, kontrolliert er, was gebracht wird. Kübler beklagt, dass viele Nutzer das seit 1. April eingeführte System noch nicht richtig verstanden hätten, und alle Arten von Bioabfällen brächten. „Ich kompostiere den Grasschnitt am Ackerrand und bringe den Humus nach der Ernte auf meinen Feldern aus“, verwendet Landwirt Reutter den Bioabfall zur Verbesserung seiner Ackerböden.

Beispiel Hohenlohe Bereits vor zwei Jahren habe er beim Landratsamt angeregt, das bereits in Hohenlohe praktizierte Verfahren zu übernehmen. „Der Betriebsausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs hat die Anregung im Herbst letzten Jahres aufgegriffen und den neuen Service beschlossen“, sagt Hubert Waldenberger, Pressesprecher des Landratsamts. „Wir haben mit dem Sammeln von Rasenschnitt noch null Erfahrung“, glaubt Waldenberger, dass sich die Anlaufschwierigkeiten mit den Anliefermengen und Containergrößen schnell beheben lassen.

„50 Prozent des Rasenschnitts holen Landwirte ab, 50 Prozent werden gewerblich in Kompostwerken und zur Bioenergiegewinnung verwertet“, erläutert er die Entsorgungskonzeption.

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