Burg Stettenfels wird zur Festspielstätte
Alle zwei Jahre organisiert neu gegründeter Verein Theateraufführungen

Untergruppenbach - Die Idee reifte schon während der ersten Festspiele auf Burg Stettenfels zur 900-Jahr-Feier von Untergruppenbach. Jetzt wird sie in die Tat umgesetzt: Festspiele auf Stettenfels wird es auch in Zukunft geben. Burgbesitzer, Gemeinde und Theaterleute haben nun den Verein Burgfestspiele Stettenfels gegründet. Dieser wird die Veranstaltungen zukünftig auf die Beine stellen. Ab 2011 sind Aufführungen im zweijährigen Wechsel mit den Weibertreu-Festspielen in Weinsberg geplant.
Gelungen "Das erste Mal ist klasse gelaufen", sagt Bürgermeister Joachim Weller. Der Erfolg habe alle Erwartungen übertroffen. Rund 15 000 Besucher sahen die Theatervorführungen "Furchtlos gegen Fürst und Fugger" − ein Schauspiel, das sich auf die Burg und die Geschichte der Kommune bezog − sowie das Kinderstück "Ronja Räubertochter".
Es seien zwar schwierige Zeiten, um etwas Neues anzufangen, doch Weller ist überzeugt, dass die Festspiele gut ankommen werden. "Wir haben uns einen gewissen Namen erarbeitet. Dadurch haben wir einen Bonus. Und wir haben ein gutes Stück", so Weller. Natürlich sei auch die Burg ein Anziehungspunkt für viele Menschen. Wie im vergangenen Jahr wird auch 2011 Heinz Kipfer Regie führen. Er leitete auch die Festspiele in Weinsberg. Amateurschauspieler von dort, aus Untergruppenbach und anderen Bühnen wirken mit.
Auf dem Spielplan steht "Don Camillo und Pepone". Von Kindern für Kinder wird "Emil und die Detektive" aufgeführt. "Wir haben dieses Jahr viele Nachfragen von Schulen nach einem Kinderstück gehabt", erzählt der Bürgermeister. Das Kinderstück sei letztes Mal sehr gut ausgebucht gewesen, viele Schulklassen seien dagewesen. Hier sieht der Schultes eine kulturelle Lücke, die die Theatermacher mit ihrem Angebot schließen wollen.
Anja Weimar stellt nicht nur den Platz auf der Burg zur Verfügung, sie ist bei dem Projekt selbst aktiv und wurde zur Vereinsvorsitzenden gewählt. Mitarbeiter Heiko Volkert wurde zum Kassier bestimmt, klinkt sich in das Organisatorische wie den Kartenverkauf und anderes ein. Für die Burgherrin ist aber nicht nur die Begeisterung von den ersten Festspielen ausschlaggebend. "Es ist alles sehr gut gelaufen. Die Zusammenarbeit mit Heinz Kipfer, der Gemeinde und den Schauspielern hat gut funktioniert. Und auch die Resonanz der Zuschauer war da", sagt sie. Vielfältig sei der Wunsch aufgekommen, das Projekt zu wiederholen. Natürlich sei der Aufwand hoch, aber es lohne sich. "Das macht die Burg attraktiv", sagt Weimar.
Außerdem soll es zukünftig im inzwischen bewährten Kulturprogramm der Burg einen Wechsel geben. In einem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Theater, im Jahr darauf auf Kabarett und Musik.
Zusammenbringen Die Burgherren und der Bürgemeister seien so Feuer und Flamme gewesen, da konnte er gar nicht nein sagen, erzählt Regisseur Heinz Kipfer, Leiter des Theaterschiffs Heilbronn. Auch in ihm klingen die positiven Erfahrungen beim Pilotprojekt vor einem Jahr noch nach. Verschiedene Theatervereine aus der Umgebung auf einer Bühne zusammenzubringen, das ist für den Regisseur der Reiz an der Sache. "Dieses Projekt hat Zukunft", ist Kipfer überzeugt. Die zwei Stücke würden wunderbar in die Naturkulisse mit den alten Mauern passen. Große Umbauten auf der Bühne seien nicht notwendig. Etwa 25 Kinder und noch einige Erwachsene wirken beim Kinderstück mit. Rund 20 Laiendarsteller stehen im Abendstück auf der Bühne. "Es konnten gar nicht alle untergebracht werden, die mitspielen wollten", erzählt Kipfer. Das Stück "Don Camillo und Pepone" sei bewusst so gewählt, weil es allein vom Namen schon zieht, so Kipfer. Auch wenn diesmal nicht so ein Großereignis wie die 900-Jahr-Feier dahinter steckt, beworben wird das Projekt genauso. "Wir haben das gleiche Budget wie beim letzten Mal", erklärt der Regisseur.
Dieses liegt bei 100 000 Euro. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Noch ist kein Geld in der Kasse. Das kommt erst durch den Verkauf von Eintrittskarten und durch Sponsoring rein. Deshalb wollen die Verantwortlichen bald möglichst einen Föderverein gründen und um Sponsoren werben.

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