Biologie, Physik und Mathematik schon am Kindergarten

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48 Erzieherinnen qualifizierten sich in Öhringen im Bereich Naturwissenschaften weiter - Modellversuch über zwei Jahre

Von Michael Schwarz
Die 48 Erzieherinnen der beiden Kurse erhielten an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen ihr Abschlusszeugnis. (Foto: Michael Schwarz)
Die 48 Erzieherinnen der beiden Kurse erhielten an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen ihr Abschlusszeugnis. (Foto: Michael Schwarz)

Von Michael Schwarz

Insgesamt 27 Frauen bildeten sich an der Fachschule für Sozialpädagogik an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen im naturwissenschaftlichen Bereich weiter. Neben ihnen erhielten weitere 21 Erzieherinnen ihre Zeugnisse aus den Händen von Schulleiter Helmut Albrecht. Der Grund: Sie erwarben Zusatzqualifikationen im Bereich der Sprachförderung.

Experimente zum Stromkreislauf, Zahlendörfer und Besuche von Physikausstellungen - seit zwei Jahren wurde an den Hohenloher Modellkindergärten versucht, den Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge schon in frühen Jahren näher zu bringen. Initiator des Projekts waren die Öhringer Fachschule, Kommunen und Kirchen als Kindergartenträger und die Innovationsregion Kocher & Jagst.

„Ich bin froh, dass die Erzieherinnen damit ein Beispiel setzen“, sagte Kurt Finkenberger, Geschäftsführerer der Innovationsregion. „Die Kinder beschäftigen sich mehr mit naturwissenschaftlichen Themen. Dadurch lernen sie vieles, was sie sonst nicht beigebracht bekommen“, betonte Katrin Hille vom Transferzentrum für Neurowissenschaften (ZNL).

Die Ulmer Wissenschaftler begleiteten den Modellversuch zwei Jahre lang. „Die Kinder wurden spielend an naturwissenschaftliche Zusammenhänge herangeführt. Dadurch verbesserten sie vor allem ihre sozialen Fähigkeiten“, erklärte Forschungsleiterin Hille.

In einer Umfrage, so die Wissenschaftlerin, hätten die Kursteilnehmerinnen allerdings zugegeben, dass ihre Angst vor Überforderungen durch die vielen Neuerungen zunimmt. Für die Frauen haben sich die vergangenen zwei Jahre trotzdem gelohnt, wie sie nach der offiziellen Zeugnisübergabe bestätigten.

„Durch unsere Experimente waren die Kinder total verrückt nach Zahlen. Ein Kind brachte mir sogar einen Stein, der aussah wie eine Eins“, sagte Bettina Carle vom Kindergarten in Neuenstein. Von dort erwarben jeweils zwei Frauen naturwissenschaftliche und sprachliche Zusatzqualifikationen. Auf einem Laptop zeigten die Neuensteiner, wie sie ihren Kindergarten umbauten: Eine Werkzeugwand und ein Montagetisch flimmerten über den Bildschirm.

„Vor allem die Jungs sind von Werkstätten und Baustellen begeistert“, erklärte Karin Kaufmann. Sie unterrichtete die Erzieherinnen in dem Bereich Physik und Technik.

Die Schule plant schon ein neues Programm: Mit MINT - Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - wird nach den Sommerferien eine Online-Plattform für Erzieherinnen eingerichtet. Wollen sie sich dann informieren, benötigen sie vor allem eines: Einen Internetzugang.

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