Aus Pappeln und Erlen werden Hackschnitzel
Großhäcksler verarbeitet Astwerk vom Bachlauf im Affaltracher Schulpark

Obersulm - Knirschend und krachend zieht die stählerne Stachelwalze der Hackermaschine Äste und Baumstämme in ihren Metallschlund. Mit dem hydraulischen Greifarm des Großhäckslers füttert Sascha Schiebel von der Fahrerkabine seines 365 PS-starken Traktors aus die Hackmaschine. "Ist das ein Höllenlärm", staunt Passant Heinz Pfitzer, als die Maschine ruckend und schüttelnd bis zu 60 Zentimeter dicke Baumstämme "schluckt".
Ausgelichtet "Das Holz wird von der Walze auf das Hackwerk gezogen und dann als Hackschnitzel in den Abrollcontainer des begleitenden Traktorgespanns geblasen", erläutert Forstunternehmer Harald Wieland aus Großerlach-Neufürstenhütte. Gemeinsam mit dem Obersulmer Bauhof hat Wieland in der Vorwoche mit seinem Holzvollernter den Bachlauf im Affaltracher Schulpark am Michelbach ausgelichtet, Erlen, Pappeln und Weiden gefällt.
Bis zu zwei Meter dicke Weiden- und Pappelstämme liegen am Wiesenrand zur Silbergrubenstraße. Entlang des Bachlaufs türmen sich auf rund 300 Metern Länge Astwerk und dünnere Baumstämme. Die Anwohner der Silbergrubenstraße müssen den ohrenbetäubenden Lärm des Großhäckslers ertragen.
"Ich denke, wir brauchen etwa einen Arbeitstag", sagt Sascha Schiebel, der im elterlichen Lohnbetrieb in Gärtringen seit vier Jahren als Häckslerfahrer neben seiner Schulausbildung aushilft. "Weil unser eigener 550 PS starker Hacker anderweitig im Einsatz ist, mussten wir kurzfristig ein Ersatzgerät anmieten", erläutert Manfred Wieland.
Die Zeit dränge, die schweren Maschinen könnten nur bei gefrorenem Boden auf die Auwiese. Sonst würde die Wiese zu stark beschädigt. Rund 20 Minuten dauert es, dann hat der Hacker den Container auf dem Anhänger des Begleittraktors gefüllt. Zwischen 30 und 40 Schütt-Kubikmeter Holzhackschnitzel fasst ein Container.
Trocknen Zehn Behälter hat Wieland im Einsatz. Ein Lastwagen fährt die vollen Container nach Neufürstenhütte. Dort trocknen die Hackschnitzel in einem Zwischenlager. "Frisch gehackt ist das Holz zu feucht", sagt Wieland. Mit seinen acht Mitarbeitern produziert er zwischen 30 000 und 40 000 Schüttkubikmeter Holzhackschnitzel im Jahr. 1000 Euro hat laut Martin Möller vom Obersulmer Bauamt die Auslichtaktion mit dem Holz-Vollernter gekostet. "Die Entsorgung des Holzes ist für die Kommune kostenneutral", erklärt Forstunternehmer Wieland. Seit 2005 produziert Wieland Holzhackschnitzel. Er beliefert in den Landkreisen Heilbronn, Schwäbisch Hall, Ludwigsburg und im Rems Murr-Kreis sechs Firmen und Institutionen, die große Holzhackschnitzelheizwerke betreiben, mit dem regenerativen Brennstoff. So auch die Klinik Löwenstein.
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