Heimisches Holz geht nach Fernost

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70 Prozent Export beim Laubsägewerk Häberlein

Von Angela Groß
Diese Vakuumtrockenkammer mit dem Kran an Ort und Stelle zu heben, war eine knifflige Angelegenheit. Per Schwertransport kam sie in Gochsen an.Fotos: Seidel
Diese Vakuumtrockenkammer mit dem Kran an Ort und Stelle zu heben, war eine knifflige Angelegenheit. Per Schwertransport kam sie in Gochsen an.Fotos: Seidel

Hardthausen - In Gochsen laufen die Fäden aus aller Welt zusammen: "Tagsüber geht das Telefon in einer Tour", sagt Meike Häberlein, die sich um die Auslandspapiere kümmert.

Zusammenarbeit 70 Prozent des verkauften Holzes gehen in den Export, die Gochsener arbeiten dabei auch mit anderen Sägewerken zusammen.

Mit Verkaufsbüros in Dubai, Indien, Indonesien, China, Vietnam und auf den Philippinen hat das Sägewerk Mitarbeiter in Fernost sitzen, und die Firma unterhält auch eine eigene Produktion in Asien. Heimische Hölzer verwandeln sich zudem in Essstäbchen, kommen in Klaviere oder werden zu Möbelstücken und Parkettböden verarbeitet. Gerade die Möbelindustrie geht mit der Mode: Derzeit mag man es wieder dunkel, schätzt die Optik von Eiche und Nussbaum.

"Man lernt bei diesem Geschäft nie aus", sagt Meike Häberlein, viele Faktoren seien beim Produkt Holz zu beachten. Auch der Klimawandel lässt sich an dem Naturprodukt ablesen, sei es in Form von Insektenbefall oder dass extreme Witterungsbedingungen bei der Lagerung einen Strich durch die Rechnung machen. Das ist ärgerlich.

Einkaufsliste 25 000 Festmeter Holz im Jahr stehen auf der Einkaufsliste der Gochsener Traditionsfirma. Abnehmer gibt es auch in der Schweiz, in Spanien, Polen, Italien und der Tschechei. Teilweise wird Rundholz direkt aus dem Wald in die Container verladen und geht auf den Weg nach Asien. Dann wieder wird Holz gelagert, gedämpft und getrocknet.

Dazu hat das Sägewerk moderne, computergesteuerte Trocknungskammern. Das jüngste Modell kam in der vergangenen Woche mit einem Schwertransport an und soll noch diese Woche in Betrieb gehen. Die Vakuumtrockenkammer ist 26 Meter lang und fasst 25 Kubikmeter Schnittholz.

Kurzfristig Das Einkaufsgebiet liegt vor der Haustüre, geordert wird aber auch entlang der französischen Grenze, um Erfurt, Heidelberg, bei Weinheim, Stuttgart und Ulm. Ständig wegen der Ware im Wald unterwegs zu sein oder mehrfach im Jahr bei den Verkaufsbüros in Asien vorbeizuschauen, gehört zu den Aufgaben von Ulrich Scheuber-Häberlein. "Heute muss man kurzfristig reagieren", erklärt Meike Häberlein. Während es früher durchaus üblich war, dass ein Zug einer Holzsorte bestellt wurde, sind heute andere Trends feststellbar. "Da bestellt jemand eine Ladung mit drei verschiedenen Sorten, in drei verschiedenen Qualitäten und drei verschiedenen Stärken", so Meike Häberlein.

"Man lernt bei diesem Geschäft nie aus. Holz ist ein Produkt, bei dem viele Faktoren zu beachten sind."
          Meike Häberlein
"Man lernt bei diesem Geschäft nie aus. Holz ist ein Produkt, bei dem viele Faktoren zu beachten sind." Meike Häberlein
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