Ein Klassiker mit Charme: der Kittelschurz
Neue Museumsgesellschaft begeistert in der ausverkauften Schwäbischen Waldhalle in Wüstenrot mit Fleischles Welt

Sie nahmen mit hintergründigem Humor und spitzer Zunge die Schwaben und deren Eigenheiten aufs Korn.
Musikalisch begleitet wurden die Kabarettisten von Karin Hagmann, die nicht nur als Pausenfüller am Klavier und Akkordeon zeigte, was sie drauf hat.
Was macht der Schwabe, wenn er an der Kasse anstehen muss? Berta und Erich Fleischle hatten schnell ihre Opfer gefunden, über die sie scharfzüngig ablästern konnten. Zwei Männer, die gemeinsam einkaufen, fand Berta schon sehr verdächtig.
Interessant auch, dass Frau Schellenberger von nebenan wohl eine Diät macht, wie unschwer an deren Einkäufen zu erkennen war. Ungeniert bediente sich die Schwäbin in einem anderen Einkaufswagen, um das passende Hemd für ihren Erich zu ergattern. Der meinte dazu nur lapidar, dass sie damit auch bis nach der Kasse hätte warten können.
Dass die Akteure nicht nur schauspielern, sondern auch tanzen und singen können, stellten sie im Laufe des Programms unter Beweis. Im Nu schlüpften sie in die verschiedensten Kostüme und Rollen. Ob an der Opernkasse oder im Büro, beim Talk mit der Prominenz - die durch Perücken- und Stimmenwechsel unschwer zu erkennen war - es war vor allem die Mimik und Gestik, die die Szenen so lebendig machten und das Publikum erheiterten.
Einen Klassiker, der jede Menge Charme verspricht - auf Schwäbisch: den guten alten Kittelschurz - präsentierte Karin Hagmann als schrilles Model. Den Geschmack der Schwäbin schien sie damit jedoch nicht ganz zu treffen, denn diese beschloss, eine bauchfreie Kittelschürze mit Piercing zu kreieren, um Eimer oder Klobürste hinhängen zu können.
Dass Berta noch die selbe ist wie vor 15 Jahren, stellte Christa Heinle aus Öhringen fest, die schon damals von der Truppe begeistert war. Mit einem Echo-Jodler - denn das Echo kommt wieder - verabschiedete sich die Kabarettistin beim begeisterten Publikum. Zu dem zählte auch Fritz Gommlich, der aus Gemmingen angereist war, um wieder einmal schwäbisches Kabarett vom Feinsten zu erleben.
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