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Heilbronn

Kandidat Michael Seher, AfD, Wahlkreis Heilbronn

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Der Heilbronner Immobilienkaufmann Michael Seher tritt bei der Landtagswahl im Wahlkreis Heilbronn für die AfD an. In jungen Jahren stand er der Jungen Union nahe, mit Merkel änderte sich seine politische Haltung. Rechtsradikalimus, sagt er, lehne er ab.

Michael Seher während eines Aufenthalts in Ägypten. Er hat dieses Foto ausgesucht. Am 14. März will der Heilbronn für die AfD in den Landtag einziehen. Foto: privat
Michael Seher während eines Aufenthalts in Ägypten. Er hat dieses Foto ausgesucht. Am 14. März will der Heilbronn für die AfD in den Landtag einziehen. Foto: privat  Foto: privat

Politisch von sich reden macht Michael Seher erst seit der Kommunalwahl 2019, als er für die Alternative für Deutschland (AfD) in den Heilbronner Gemeinderat gewählt wurde und seit Anfang des Jahres als Fraktionssprecher fungiert. Zupass kommen ihm dabei die Eigenschaften des Sternzeichens Stier: Von ihrem Naturell her ruhige Wesen, die sich aber auch kämpferisch zeigen können: "Vor allem, wenn es um die Gerechtigkeit geht", hält der 61-jährige selbstständige Immobilienkaufmann fest.

Politische Erfahrung bei der Jungen Union gesammelt

Erste politische Erfahrungen hat der gebürtige Lauffener, der 1966 mit der Familie nach Böckingen gezogen und dort auch zur Schule gegangen ist, bei der Jungen Union (JU). "Es war Mitte der 1970er Jahre und meine damaligen Weggefährten waren unter anderem Thomas Strobl und Artur Kübler", erinnert sich Michael Seher. Mitglied in der JU ist er aber nie geworden. Auch ist er nicht in die CDU eingetreten: "Irgendwie habe ich mich immer geziert", sagt der Vater zweier erwachsener Kinder heute.

Mit Kanzlerin Merkel kam der Bruch

Christdemokratisch gedacht hat Seher bis zu dem Zeitpunkt, als Angela Merkel Kanzlerin wurde: "Sie hat nicht mehr meine politischen Interessen vertreten", stellt der Mann mit dem Vollbart und der lockigen Löwenmähne, die er "schon ewig" trägt", nüchtern fest. In den Jahren danach war Seher politisch nicht mehr aktiv.

Bis die AfD aufkam. "Seit November 2016 bin ich offizielles Mitglied", sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann und zeigt seinen Parteiausweis. "Hier wird die Meinung vertreten, die früher die CDU vertreten hat - nämlich die der Deutschen", erklärt er sein Handeln.

Mit Nachdruck ergänzt er den Satz: "Ich verabscheue Rechtsradikalismus. Auch mir gefällt der rechte Flügel in der AfD nicht. Gott sei Dank haben wir in Baden-Württemberg nicht viel mit ihm zu tun. Mein politisches Vorbild ist der ehemalige CSU-Politiker Franz Josef Strauß."

Ein Mandat über die Zweitauszählung

Am 14. März bewirbt sich Michael Seher bei der Landtagswahl erstmals um ein Mandat. Selbstbewusst geht der Opa von einem Enkel davon aus, dass er über die Zweitauszählung in den baden-württembergischen Landtag einziehen wird. Bei der letzten Wahl 2016 hatte Rainer Podeswa für die AfD auf Anhieb 18,2 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Heilbronn geholt.

Sollte Seher in den Landtag einziehen, liegen seine politischen Themen auf den Bereichen Bauen/Wohnen, Automobilindustrie und Sicherheit. Zu Punkt 1 sagt er: "Wohnen muss bezahlbar bleiben, damit Menschen in der Rente mietfrei wohnen können." Im Hype um E-Autos sieht er keine Vorteile zum Verbrenner, und mit Blick auf das Thema Sicherheit stellt er fest: "In der Gesellschaft fehlt der Respekt vor anderen Menschen und deren Eigentum." In seinen Wahlkampf integriert hat er ein Hörbuch in drei Teilen, das ab 19. Februar auf Multimedia zu hören ist.

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