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Heilbronn

Nicht jeder hat seine Wahl schon getroffen

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Katrin Göring-Eckardt begeistert beim Wahlcheck ihre Anhänger − Engagierte Diskussionen unter Besuchern

Von Heike Kinkopf
Helmut und Rosemarie Meyer erfrischen sich in der Kreissparkasse.
Helmut und Rosemarie Meyer erfrischen sich in der Kreissparkasse.  Foto: Berger, Mario

Es kommen nicht nur Anhänger von Katrin Göring-Eckardt zum Stimme-Wahlcheck in die Kreissparkasse Heilbronn. Die Themen der Grünen-Politikerin erreichen ebenso Wähler anderer Parteien. Was die Besucher an diesem Abend eint, ist das Interesse an Politik und das Wissen um die unterhaltsame Seite der Veranstaltungsreihe.

"Es macht Spaß, man kann immer noch dazulernen", begründet Renate Hagner ihren Besuch. Die 72-Jährige aus Heilbronn-Sontheim hat sich zwar längst entschieden, wer bei der Bundestagswahl ihre Stimme bekommt. Die Spitzenpolitikerin der Grünen live zu erleben, will sie sich dennoch nicht entgehen lassen.

Katrin Göring-Eckart hat bei Renate Hagner keinen leichten Stand. "Christian Lindner war super", sagt sie begeistert. Der FDP-Chef machte den Auftakt der Wahlcheck-Reihe.

Engagiert diskutiert Norbert Sprenger mit Freunden. "Gibt es gute Qualität zum Nullpreis?", fragt der 79-Jährige in die Runde und gibt sogleich die Antwort. "Nein." Deshalb wisse er nicht, woher das viele Geld für gute Bildung kommen solle. Kultur, Energie, Behinderte − Themen, die dem Mann aus Norddeutschland wichtig sind. Und was sei mit den Menschen, die 30, 40 Jahre gearbeitet haben und mit 800 Euro Rente über die Runden kommen müssen? Fragen, die den gebürtigen Sontheimer umtreiben.

Grünen-Urgestein Horst Strümann (70) aus Neckarsulm stellt ebenfalls "die Gerechtigkeitsfrage". Auf der einen Seite sieht er die Gewinne großer Konzerne, auf der anderen Seite die vielen Beschäftigten, die unterm Strich kaum Lohnzuwächse verbuchten. Dass der Neckarsulmer zum Abend mit der Grünen-Frontfrau kommt, ist selbstverständlich, könnte man meinen. Strümann lacht: "Das ist keine Pflichtveranstaltung, über das Alter bin ich hinaus." Ihn müsse Katrin Göring-Eckardt nicht mehr überzeugen. Genauso wenig wie Daniel Rau. Der 28-Jährige arbeitet im Team der Grünen-Landtagsabgeordneten Susanne Bay aus Heilbronn. "Ich bin positiv überrascht", meint Rau. Er habe Göring-Eckardt bei einer Diskussion vor einigen Monaten erlebt. Damals fand er Robert Habeck aus Schleswig-Holstein "einfach ein bisschen dynamischer". Jetzt allerdings ist er mit der Spitzenkandidatin rundum zufrieden: "Sehr authentisch, sehr sympathisch."

David Eiermann (27) aus Leingarten erlebt einen "positiven Abend". Göring-Eckardt könne man gut folgen. Logisch, dass sich der Energiemanagement-Student für Klimapolitik interessiert. Bildungsthemen verfolgt er, weil seine Freundin Lehrerin ist und er Handlungsbedarf sieht. "Es wird ihnen immer mehr zugemutet."

Martin und Birgit Kaiser aus Flein besuchen mehr als nur einen Stimme-Wahlcheck. Sie hoffen, dass bei allen Politikern die gleichen Themen zur Sprache kommen. "Damit wir vergleichen können." Die 54-Jährige weiß, wen sie wählt. "Ich bin mir treu", lacht sie. Ihr Mann gibt sich als "taktischen Wähler" zu erkennen. Entscheidend sei dieses Mal: "Wer wird drittstärkste Kraft?"

Sara, Karlheinz und Beate Kißling (von links) besuchen den Wahlcheck.
Sara, Karlheinz und Beate Kißling (von links) besuchen den Wahlcheck.  Foto: Berger, Mario
Ingrid und Georg Kolb (von links) im Gespräch mit Andrea Heß.
Fotos: Mario Berger
Ingrid und Georg Kolb (von links) im Gespräch mit Andrea Heß. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario
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