Dietmar Bartsch fordert mehr Chancengleichheit
Der Linken-Spitzenkandidat gibt sich beim Stimme-Wahlcheck unter der Pyramide der Kreisparkasse Heilbronn kämpferisch, humorvoll und schlagfertig. Nicht ohne Selbstironie versucht er, die Vorurteile gegen seine Partei zu entkräften.

Die soziale Gerechtigkeit steht für die Linke im Wahlkampf im Vordergrund, stellt Dietmar Bartsch am Mittwochabend beim Stimme-Wahlcheck unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn klar. Seine Partei trete dafür ein, die "Chancengleichheit für alle herzustellen", unabhängig von sozialer Herkunft, betont Bartsch.
"Es gibt unermesslichen Reichtum auf der einen, und Kinder und Ältere, die in Armut leben, auf der anderen Seite", bemängelt der Linken-Fraktionsvorsitzende und verweist auf die vielen Milliardäre im Land, die seine Partei stärker zur Kasse bitten will.
Der Linken-Politiker präsentiert sich im Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer schlagfertig und humorvoll. Er war gut vorbereitet, untermauerte seine Ausführungen an vielen Stellen mit passenden Zahlen. Nicht ohne Selbstironie versucht er immer wieder, die Vorurteile gegen seine Partei zu entkräften.
Den Wahlkampf von CDU und SPD kritisiert er als "Schlafwagen-Wahlkampf", das TV-Duell am Sonntag habe ihn enttäuscht, sagt er. Wirklich große Differenzen habe es zwischen Schulz und Merkel nicht gegeben, das Gespräch habe gewirkt wie ein "großkoalitionäres Therapiegespräch".
Er glaubt nicht, dass Schulz und Merkel ihre Ankündigungen bezüglich der Türkei, etwa ein Ende der Beitrittsverhandlungen oder der Stopp von Waffenlieferungen, in die Tat umsetzen werden. "Da wird nichts passieren", ist er überzeugt.
Die Chancen für eine Regierungsbeteiligiung seiner Partei nach der Wahl in einer rot-rot-grünen Koalition schätzt er in Anbetracht der aktuellen Umfragen als "gering, aber nicht null" ein.
Videos der drei bisherigen Wahlchecks noch abrufbar
Zum fünften Mal veranstaltet die Heilbronner Stimme die Serie "Wahlcheck − Spitzenpolitiker hautnah", in der Chefredakteur Uwe Ralf Heer Spitzenpolitiker interviewt. Zum Auftakt der Reihe war Ende August FDP-Parteichef Christian Lindner zu Gast. >>Hier geht es zum kompletten Video der Veranstaltung.
Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt war im Interview schlagfertig und entspannt. Entscheidend sei, wer hinter Union und SPD am meisten Stimmen bekomme, sagte Göring-Eckardt. "Das wird die Richtungsentscheidung für die Republik."
Für die noch anstehende Veranstaltungen mit Olaf Scholz, Erster Bürgermeister Hamburgs (SPD), sind bereits alle Tickets vergriffen. AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat ihren für Montag, 4. September, geplanten Wahlcheck aus terminlichen Gründen abgesagt. Kurzfristig war es nicht möglich, Ersatz zu organisieren.
Stimme.de
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