Die Stimme-Wahlchecks der Spitzenpolitiker
An fünf Abenden haben sich Thomas de Maizière (CDU), Olaf Scholz (SPD), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Christian Lindner (FDP) und Dietmar Bartsch (die Linke) im Stimme-Wahlcheck in Heilbronn gestellt. Die Videos in voller Länge.
Thomas de Maizière, CDU
Flüchtlinge, innere Sicherheit, der Umgang mit der Türkei: Die Themen beim Stimme-Wahlcheck unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) drehten sich vor allem um sein Fachressort. Beim Familiennachzug von syrischen Flüchtlingen werde er sich in Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl für eine Verlängerung der Aussetzung einsetzen, kündigte er an. „Ich wäre dafür.“ Nach Informationen der „Bild“-Zeitung wären bis 2018 alleine 390.000 Syrer berechtigt, ihre Familien nachzuholen. Diese Zahl könne er nicht bestätigen, sagte de Maizière auf dem Podium. „Aber wir schätzen auf jeden Flüchtling einen, der über Familiennachzug kommen wird.“
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Olaf Scholz, SPD
Olaf Scholz sagt über Olaf Scholz, er sei eher der entspannte Typ. Aufgeregtheit, so führt es Hamburgs Erster Bürgermeister aus, sei kein guter Ratgeber in einer krisengeschüttelten Welt. 83 Minuten sind beim Stimme-Wahlcheck mit dem SPD-Politiker vergangen, als ein kurzes Einspiel-Video Scholz mit dieser Aussage über sich selbst zeigt. Keine Situation zuvor hat bei den gut 400 Zuhörern im Forum der Kreissparkasse Heilbronn tatsächlich einen anderen Eindruck hinterlassen. Scholz ist die personifizierte Gelassenheit.
Während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz angesichts dürftiger Umfragewerte mit harten Attacken gegen die Kanzlerin oder die türkische Regierung um Aufsehen ringt, verkörpert Scholz das genaue Gegenteil. Zurückhaltung, Understatement, hanseatische Ruhe. Kämpferische Aussagen, wonach die SPD stärkste Partei werde? Fehlanzeige.
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Katrin Göring-Eckardt, Grüne
Zuversicht verbreiten gehört zum Wahlkampf. Und das beherrscht Katrin Göring-Eckardt glänzend. Da schwächeln die Grünen seit Monaten in den Umfragen, liegen beim aktuellen Parteienranking im Deutschlandtrend nur noch auf Rang sechs, aber die Spitzenkandidatin der Ökopartei strotzt vor Zuversicht. Es werde eine harte Auseinandersetzung zwischen den Grünen und der FDP um Rang drei geben. Diesel-Skandal, Nitrat im Grundwasser, Läusegift in Eiern: "Ich kann mich an keinen Wahlkampf erinnern, in dem es um so viele grüne Themen ging", sagt sie.
Entspannt wirkt Göring-Eckardt im Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer beim Wahlcheck im Forum der Kreissparkasse. Entspannt, sachlich, aufgeräumt, aber auch kämpferisch.
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Christian Lindner, FDP
Die 450 Zuhörer unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn erlebten einen selbstbewussten FDP-Chef Christian Lindner, der versicherte, dass die FDP aus dem Debakel bei der letzten Bundestagswahl gelernt habe. Lindner: „Unser erklärtes Ziel ist es, bei der Bundestagswahl am 24. September drittstärkste Kraft zu werden.“
Das Rennen um Platz eins sei gelaufen, befand der Liberale im Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer. Er könne sich „nicht vorstellen, welches Kaninchen Martin Schulz noch aus dem Hut zaubern will, um Angela Merkel und die gesamte Union überholen zu können.“ Der 38-Jährige fügte hinzu: „Wir möchten keine Leihstimmen. Denn wir Liberale wollen unabhängig in unserem Urteil bleiben.“
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Dietmar Bartsch, die Linke
Die soziale Gerechtigkeit steht für die Linke im Wahlkampf im Vordergrund, stellt Dietmar Bartsch beim Stimme-Wahlcheck unter der Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn klar. Seine Partei trete dafür ein, die "Chancengleichheit für alle herzustellen", unabhängig von sozialer Herkunft, betont Bartsch.
Der Linken-Politiker präsentiert sich im Gespräch mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer schlagfertig und humorvoll. Er war gut vorbereitet, untermauerte seine Ausführungen an vielen Stellen mit passenden Zahlen. Nicht ohne Selbstironie versucht er immer wieder, die Vorurteile gegen seine Partei zu entkräften.
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Alice Weidel, AfD
Auch mit AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel war ein Wahlcheck angesetzt. Die Politikerin ließ den Auftritt allerdings aus terminlichen Grünen platzen. Nach dieser Absage war es kurzfristig nicht möglich, einen anderen AfD-Spitzenkandidaten für den Stimme-Wahlcheck zu gewinnen.
Stimme.de
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