Mit innerer Stärke Krisen meistern
Stress und Druck im Beruf: Eine Expertin erklärt, wie man durch Resilienz gelassener reagiert.
Ein fordernder Chef, nervige Kollegen, Zeitdruck: Während manche Menschen Herausforderungen im Berufsleben mit Leichtigkeit zu meistern scheinen, fällt das anderen hingegen oft schwer. Aber woran liegt das? An der Fähigkeit, auf stressige Situationen gelassen und selbstbewusst zu reagieren, der sogenannten Resilienz. Darauf hat sich Claudia Elsässer aus Bad Wimpfen spezialisiert. Die Resilienztrainerin und Businesscoach unterstützt Menschen dabei, ruhig und flexibel auf Aussagen, Aufgaben und Herausforderungen zu reagieren, konfliktfähiger zu werden und neue Lösungen für auftretende Probleme zu finden.
Selbstbestimmung
Um Resilienz zu erklären, verwendet Elsässer gern ein Zitat von Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzten.“ Man kann also nicht immer etwas an einer Situation ändern, aber es gibt immer die Möglichkeit, daraus zu lernen und daran zu wachsen. „Es geht um Selbstbestimmung“, erklärt Claudia Elsässer. „Man soll der Skipper seines eigenen Boots sein.“ Im Kindesalter entstehe bereits ein gewisses Grundgerüst der Resilienz, so Elsässer weiter. Erziehung, Umfeld und der Umgang mit Konflikten entscheiden unter anderem, wie ausgeprägt die Resilienz bei jedem einzelnen Menschen ist. „Mit intensivem Training kann man sie bis ins hohe Erwachsenenalter fördern“, sagt Elsässer.
Verletzlichkeit
Als Gegenspieler zur Resilienz wird oft der Begriff Vulnerabilität, also Verletzlichkeit genannt. Ein vulnerabler Mensch hat privat, aber auch am Arbeitsplatz häufig Schwierigkeiten, mit Herausforderungen umzugehen: Er fühlt sich unsicher, sucht die Fehler stets bei sich. Bei Streitigkeiten mit anderen Personen, beispielsweise mit Kollegen, hat er wenig Mut, für sich einzustehen. „Dadurch sinken Selbstbewusstsein und die Leistungsfähigkeiten“, sagt Claudia Elsässer. Dabei kann das Resilienztraining eine große Hilfe sein. „Eine resiliente Person hinterfragt die Aussagen anderer Menschen, versucht sie zu reflektieren und fühlt sich nicht direkt persönlich angegriffen“, sagt die Trainerin. „Wie bei einem Stehaufmännchen. Die Person lässt sich nicht so leicht abschrecken, im Gegenteil, sie gesteht sich auch mal Fehler ein.“
Positivtagebuch
Doch wie stärkt man seine Resilienz? „Das ist ein fortlaufender, kontinuierlicher Prozess“, sagt Elsässer „Man stellt sich Fragen wie: Wie gut kenne ich meinen Kräftehaushalt? Wo verliere ich Kraft? Bei was schöpfe ich neue Kraft?“ Hinterfragen und reflektieren sind mit die wichtigsten Bausteine, um resilient zu sein. Man sollte eine optimistische Grundhaltung einnehmen und nach den eigenen Handlungsmöglichkeiten suchen, die innere Stärke wird hierdurch auch positiv beeinflusst, sagt Elsässer.
„Ein Positivtagebuch ist eine super Übung für jeden zu Hause, um unter anderem Konfliktsituationen zu reflektieren und zu schauen, was man daraus gelernt hat und was man das nächste Mal besser machen kann“, erklärt die Trainerin. Resilienztraining ist sehr komplex, „es eignet sich aber für jeden, der sein Selbstbewusstsein stärken will“, so Elsässer. Sie legt besonders jungen Menschen und Berufseinsteigern die Wichtigkeit der Resilienz ans Herz. „Jeder Mensch ist für sich ein tolles Individuum. Man schwächt erst dann sein Selbstbewusstsein, wenn man anfängt, sich mit anderen zu vergleichen.“

Zur Person
Claudia Elsässer, Jahrgang 1983, ist verheiratet, zweifache Mutter und seit 2015 selbstständige Unternehmerin, Resilienz-Trainerin und Business- und Karrierecoach. An ihrem Beruf begeistert sie, Menschen bei ihrer Weiterentwicklung zu begleiten und immer wieder in die Welt ihrer Kunden eintauchen zu dürfen. Durch ihre Führungsrolle im Familienunternehmen hat die Bad Wimpfenerin ihre wahre Berufung gefunden.
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