Württemberg ohne Fanclub im Finale: Christl Schäfer tritt am Freitag an
Heilbronn - Heilbronn stand am Wochenende im Fokus der Weinwirtschaft. Anlässlich der Qualifikationsrunde zur Wahl der 61. Deutschen Weinkönigin gaben sich viele, die in der Branche Rang und Namen haben, in der Harmonie ein Stelldichein. 800 Fans aus zwölf Anbauregionen sorgten dafür, dass in der guten Stube der Stadt, so Moderator Holger Wienpahl, zeitweise „eine Stimmung wie in der Südkurve“ herrschte.
Heilbronn - Heilbronn stand am Wochenende im Fokus der Weinwirtschaft. Anlässlich der Qualifikationsrunde zur Wahl der 61. Deutschen Weinkönigin gaben sich viele, die in der Branche Rang und Namen haben, in der Harmonie ein Stelldichein. 800 Fans aus zwölf Anbauregionen sorgten dafür, dass in der guten Stube der Stadt, so Moderator Holger Wienpahl, zeitweise „eine Stimmung wie in der Südkurve“ herrschte.
Allein die Württemberger Anhänger verzichteten bei dem Heimspiel von Christl Schäfer (25) aus Fellbach auf Fähnchen und Transparente. Die Heilbronner Hochschulstudentin schlug sich trotzdem bravourös und zog mit fünf Kolleginnen ins Finale ein, das am Freitag ebenfalls in der Harmonie über die Bühne geht. Dort geht es in einer TV-Show um die Nachfolge von Marlies Dumbsky aus Franken, die ein Jahr lang bei 250 Terminen rund um den Globus die Rieslingnation repräsentierte.
Sechs aus Zwölf
Den Einzug geschafft haben auch die 25-jährige Kerstin Fliege (25) aus Saale-Unstrut, die ebenfalls in Heilbronn studiert, sowie Christine Dautermann (23) von der Nahe, Sonja Christ (25) von der Mosel, Isabell Kindle (23) aus Baden und Marleen Herr (23) aus Sachsen. Die zwölf Bewerberinnen mussten vor einer 80-köpfigen Jury Fragen zu Weinbau, Kellerwirtschaft und Marketing beantworten sowie Weinempfehlungen zu Gerichten geben. Eine humoristische Frage wurde auf Englisch gestellt.
„Verpasst hat das Finale Susanne Bürkle, die für die Hessische Bergstraße antrat, aber in Heilbronn zur Welt kam: im August 1985 auf Besuch bei den Eltern der Mutter. Prompt musste sie auf der Bühne einem Touristen scherzhaft „the winecapital of Germany and the national drink Trollinger“ näher bringen.

Viel Lob erntete Heilbronn für die Organisation der auf eine Million Euro bezifferten Großveranstaltung, deren beide Teile in den dritten Fernsehprogrammen übertragen werden. Die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) steuerte 150 000 Euro bei, das Deutsche Weininstitut (DWI) 170 000 Euro, der Südwestrundfunk den Rest. Befürchtungen, dass das DWI bei den Hoheiten wegen Klagen gegen die Werbeabgabe bald kürzer treten müsse, wies der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes Norbert Weber auf Stimme-Anfrage zurück. Die Rechtslage sei beim Wein anders als in der allgemeinen Agrarbranche.
Fachfrauen
DWI-Chefin Monika Reule nannte die Weinkönigin „das genialste Marketinginstrument der Weinwirtschaft. Die vielen Kopien reichen lange nicht ans Original heran.“ Die Zeit der Dirndl und Römerkelche sei vorbei, stellte die Heilbronner Hochschulprofessorin Ruth Fleuchaus klar, die 1983 selbst ein badisches Krönchen trug. Längst handle es sich um „Fachfrauen mit Substanz“, wusste Professorin Monika Christmann aus Geisenheim, die Hälfte der Kandidatinnen gehe einem Weinstudium nach.
Wahlgala im TV
Wer in der Nachfolge von Marlies Dumbsy aus Franken ein Jahr lang die Krone der Deutschen Weinkönigin trägt, zeigt sich am Freitag, 9. Oktober. Das SWR-Fernsehen überträgt aus der Heilbronner Harmonie live: ab 18.15 Uhr mit Vorberichten, ab 20.15 Uhr folgt die Wahlshow. Die Entscheidung dürfte kurz nach 22 Uhr fallen. Wer bei der Heilbronn Marketing GmbH (HMG) keine Karten ergattert, kann die Show in einem kleinen Weindorf vor der Harmonie auf Großbildleinwand mitverfolgen. Am Samstag war es dort viel ruhiger als in derFesthalle .


Stimme.de