Ursachen für Steinschlag in Heilbronn weiter unklar
Heilbronn - Nach dem Steinschlag vom Turm der Kilianskirche prüft die Evangelische Kirchengemeinde Heilbronn die Ursachen. Dass der Sturz eines derartigen Brockens aus rund 40 Meter Höhe tödlich enden kann, stellte Heilbronns Feuerwehrkommandant auf Nachfrage fest.
Heilbronn - Nach dem Steinschlag vom Turm der Kilianskirche am Sonntag (wir berichteten) prüft die Evangelische Kirchengemeinde Heilbronn die Ursachen. Gespräche mit dem Architekten laufen, ein Sandsteinfachmann soll hinzugezogen werden, teilte Kirchenpfleger Rolf Krieg mit. Noch ist unklar, warum bis zu zwei Kilogramm schwere Sandsteinbrocken einer Kreuzrose auf die Kaiserstraße gefallen waren. Die Feuerwehr hat die beschädigte Stelle mit starkem Klebeband gesichert.
Dass der Sturz eines derartigen Steinbrockens aus rund 40 Meter Höhe tödlich enden kann, wenn er Passanten zum Beispiel am Kopf trifft, stellte Heilbronns Feuerwehrkommandant Eberhard Jochim auf Nachfrage fest. Erst nachdem die Feuerwehr die lockere Stelle der Kreuzblume am Kiliansturm gesichert hatte, wurde die Sperrung des Areals in der Kaiserstraße wieder aufgehoben. Eine weitere Überprüfung des Turms sei nach der Gefahrenabwehr nun Aufgabe der Kirche, stellte ein Rathaussprecher fest.
Die Kilianskirche ist größtenteils aus Heilbronner Sandstein erbaut, der relativ weich ist. Zwischen 2002 und 2005 ist der Kiliansturm für rund drei Millionen Euro saniert worden, nachdem teilweise bröselige Substanz festgestellt worden war.
Michael Greiner, Leiter des Heilbronns Amts für Vermögen und Bau Baden-Württemberg, hat Erfahrungen mit dem Erhalt von alten Gebäuden. Völlig ausschließen könne man ein Risiko von lockerer Altsubstanz nie. Er hält es für angebracht, dass gerade an der Kilianskirche mit den vielen filigranen exponierten Figuren ein Mal pro Jahr die Substanz auf Lockerheit und mögliche Haarrisse untersucht werden sollte. „Das muss regelmäßig begutachtet werden.“ Am effektivsten mit einem Hubsteiger.
Steinschläge von der Kilianskirche gab es auch in der Vergangenheit. Im Jahr 1984 löste sich in einer Weindorfnacht ein 13 Kilogramm schwerer Sandsteinbrocken und fiel rund 44 Meter in die Windgasse. Es war zu dem Zeitpunkt dort niemand unterwegs. Im Sommer 1997 löste sich links des Nordtors eine Verzierung – auch hier ging der Steinschlag glimpflich aus.

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