Für Linkshänder laufen im Alltag viele Dinge falsch herum

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Scheren, PC-Mäuse, Instrumente: "Linkshändige" Produkte sind nicht leicht zu finden - Heute ist Linkshändertag - Goethe war, Clinton, Pelé sind "links"

Von Monika Kech

"Haben Sie Spezialartikel für Linkshänder?" - "Aber selbstverständlich", sagt Beate Maurer. Sie führt in ihrem Geschäft in der Heilbronner Fleiner Straße "linkshändige" Korkenzieher, Dosenöffner, Scheren - sogar Rebscheren - bis hin zum Kartoffelschäler. Allerdings sind diese Spezialausführungen um etwa zehn Prozent teurer, "wegen der kleineren Stückzahl", so die Chefin. Das Neueste sind spezielle Einhand-Taschenmesser - wenn sie dem Linkshänder 20 Euro wert sind.

Auf ihren individuellen Mausklick brauchen linkshändige PC-Nutzer nicht zu verzichten. Ausgesprochene Linkshänder-Mäuse gebe es zwar nicht, erklärt Bernd Rönisch vom Media-Markt Heilbronn. "Aber es gibt Universal-Mäuse, bei denen man die linke und rechte Maustaste vertauschen kann." Ein Hersteller, so Rönisch, habe vor kurzem die Linkshänder-Ausführung eines Joysticks auf den Markt gebracht.

An die rechtshändige Mehrheit müssen sich allerdings die Spieler von Streichinstrumenten anpassen. Hier gilt nach wie vor: Linke Hand ans Griffbrett. "Es gab Versuche mit Linkshänder-Geigen", weiß Wolfgang Merz vom "Musikhaus" in Bö ckingen, "aber das macht keinen Sinn." Die Linkshänder seien sogar im Vorteil, weil sie die Greifarbeit mit ihrer stärkeren Hand ausführen könnten. Etwas anderes ist es bei der Gitarre. Hier kann die Besaitung problemlos auf rechts umgestellt werden, "wenn es sein muss, in zehn Minuten."

Wie viele Linkshänder es weltweit gibt, darüber gehen die Ansichten auseinander. Manche Wissenschaftler sprechen von zehn, andere von bis zu 50 Prozent. Die meisten glauben, dass etwa ein Drittel der Menschheit lieber mit links arbeitet. Dieser Minderheit wollte Dean R. Campbell, der Gründer einer Linkshänder-Vereinigung, einen eigenen Tag widmen. An einem Freitag den dreizehnten wurde im August 1976 in den USA der erste "Linkshändertag" gefeiert, den Abergläubischen zum Ärger.

Links- oder Rechtshändigkeit ist angeboren: Bei Rechtshändern ist die linke Gehirnhälfte aktiver, bei Linkshändern die rechte. "Rechtshirnchen" gelten als die Kreativeren, denn in der rechten Gehirnhälfte sitzen die Schaltzentralen für Raum und Perspektive, für Töne, Farben und Gefühl.

An deutschen Schulen werden die Abc-Schützen spätestens seit den 90er Jahren nicht mehr auf Rechtshänder umgetrimmt. Dennoch beklagt die Münchener Psychotherapeutin Johanna Sattler, dass Linkshänder zu wenig Unterstützung fänden. Nach wie vor werde links schreibenden Grundschülern mit der typischen verkrampften "Hakenhaltung" keine gute Schreibhaltung beigebracht.

Dass man es dennoch mit links zu etwas bringen kann, zeigen berühmte Linkshänder, wie der Maler und Erfinder Leonardo da Vinci, der Dichter Johann Wolfgang Goethe, die Filmschauspielerin Marilyn Monroe, der Fußballer Pelé oder der frühere US-Präsident Bill Clinton.

InfoLinks für Linkshänder im Internet: www. linkshaenderseite.de und www.linkshaender-beratung


 
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