Wie Böckingen vor der Zerstörung war

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Postkartenalbum mit Motiven von 1895 bis 1945 geplant - Programm für Gedenktag im September steht

Von Carsten Friese
Damals fuhr noch eine Straßenbahn in der Großgartacher Straße: Das alte Böckingen, wie es vor der Zerstörung von 1944 war, soll mit einem Postkartenalbum in Erinnerung gerufen werden. 300 alte Motive stehen zur Auswahl.
Damals fuhr noch eine Straßenbahn in der Großgartacher Straße: Das alte Böckingen, wie es vor der Zerstörung von 1944 war, soll mit einem Postkartenalbum in Erinnerung gerufen werden. 300 alte Motive stehen zur Auswahl.  Foto: AS

300 alte Postkarten haben Kurt Schaber und Sammlerkollege Peter Lipp gesichtet, aus eigenen Beständen und jenen des Stadtarchivs. Alte Motive von Wasserturm, Weinbergen in Böckingen, Straßenzügen, Kirchen, Bahnhof und Gasthäusern stellten sie in der Sitzung des Böckinger Rings am Mittwochabend vor. Auf einem Bild fährt die Straßenbahn noch durch den Ort. Das Böckingen, "wie es die älteren Böckinger noch in Erinnerung haben", soll mit dem Postkartenalbum wach gerufen werden. Ein Lageplan von 1926 und historische Erläuterungen ergänzen das Werk. Es ist Nostalgie, Dokument und Mahnung zugleich. Zum 60. Mal jährt sich im September der Tag, an dem Böckingen durch Bombenangriffe der Alliierten schwer zerstört wurde. Bewusst ist keines der ausgewählten Motive jünger als das Enddatum des Zweiten Weltkriegs.

Die Projektidee steht, die Finanzierung noch nicht. Sponsoren werden gesucht, Vereine aufgerufen, für das Buchprojekt die Werbetrommel zu rühren. Ziel ist, dass die Kosten "plus-minus null" aufgehen, stellte Schaber fest. Unter 30 Euro soll das Album kosten, wenn es wie geplant im November fertig ist. Wer vorher ein Exemplar bestellt, erhält zehn Prozent Rabatt.

Ein historisches Projekt entwickelt sich, das andere ist konkret: Das Programm für den Gedenktag an die schmerzhafte Böckinger Historie wird demnächst gedruckt. Am 10. September gedenken die Böckinger der schweren Bombenangriffe vor 60 Jahren. Um 17.30 Uhr startet am Bürgerhaus ein einstündiger Rundgang, der zu den Orten der schlimmsten Zerstörungen führen wird. Ab 19 Uhr wird Oberstudiendirektor a.D. Hubert Bläsi in der Stadtkirche den Gedenkvortrag halten. Zwei Zeitzeugen kommen im Anschluss zu Wort. Die Böckinger Chöre und Kirchenchöre, der Kammerchor und das Kammerensemble Fred Schuster wirken musikalisch mit. Die Idee, eine Gedenktafel aufzustellen, wird umgesetzt. Der Dorfplatz ist der Favorit. "Wir sind dran und feilen noch am Text", berichtete Helmut Nester.

Zu aktiver Mithilfe an den Planungen für die Böckinger Woche 2005 forderte Georg Link als kommissarischer Ringvorsitzender alle Böckinger auf. Vereine, Schulen, Kirchen, Parteien, Geschäftswelt - alle seien gefragt. Termin ist der 13. bis 19. Juni. 30 Jahre Bürgerhaus und zehn Jahre Ziegeleipark sind zu feiern. Ein Ballonglühen im Ziegeleipark ist als Höhepunkt fest eingeplant. Der Einsatz von drei Heißluftballons kostet rund 1800 Euro. Ring-Chef Link ist überzeugt: Über eine Tombola und Sponsoren "müsste das finanzierbar sein".

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