Vorbildlich aktiv für Dialysepatienten

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Bundesverdienstkreuz für Günter Teichmann - Hilfe für Nierenkranke, Werbung für Organspenden

Von Martin Nied
Für sein ehrenamtliches Engagement bekam Günter Teichmann von Johanna Lichy das Bundesverdienstkreuz.
Für sein ehrenamtliches Engagement bekam Günter Teichmann von Johanna Lichy das Bundesverdienstkreuz.

Begonnen hatte alles vor über 20 Jahren mit der Diagnose "Nierenversagen". Günter Teichmanns Nieren waren so geschädigt, dass er für den Rest seines Lebens an den Dialyse-Apparat gebunden war. Der erste Schock saß tief, mindestens so tief, wie der Einschnitt, den dieser Befund für sein Leben hatte. Ab sofort musste er mehrmals pro Woche für mehrere Stunden zur Blutwäsche - Woche für Woche.

Da war es gut, dass Teichmann von seinem Arzt von einem anderen Dialysepatienten erfuhr. Zu ihm nahm er Kontakt auf. "Mit dem Berg von Krankheit, der vor mir stand, hat er mir da sehr geholfen. Die Begegnung war eine seelische Wiederaufrüstung", erinnert er sich.

Zwei Jahre lang war Teichmann dann Dialysepatient. In dieser Zeit hat er sich sehr stark im Verband für Dialysepatienten engagiert und wurde bereits nach kurzer Zeit zu dessen Vorsitzenden gewählt. Während dieser Arbeit hat er sehr viel über Dialyse, aber auch über Organspenden gehört.

Auch er selbst bewarb sich um Aufnahme in das Transplantationsprogramm, wohl wissend, dass die Dialyse eine Niere niemals zu 100 Prozent ersetzen kann. Wer lange Jahre zur Blutwäsche geht, muss mit Knochen- und Hautproblemen oder auch mit Haarausfall rechnen.

Nach zwei Jahren Wartezeit wurde ihm eine neue Niere eingepflanzt. Sie hat 13 Jahre lang ihre Arbeit getan, davon elf problemlos. Teichmann fühlte sich bei bester Gesundheit. Er unternahm Langstrecken-Wanderungen im gesamten deutschsprachigen Raum und überquerte zweimal die Alpen. "Loslaufen zu können, ohne etwas festmachen zu müssen, das war für mich der Inbegriff für Leben und Freiheit". Inzwischen muss er leider wieder regelmäßig zur maschinellen Blutwäsche.

Zusammen mit seinem Verband setzt er sich für die Belange der Patienten ein. Sein Hauptanliegen aber ist es nach wie vor, Nieren-Patienten über medizinische Erkenntnisse und soziale Neuerungen gut zu informieren. Seit 1997 gibt es ein Transplantationsgesetz, das viele Unsicherheiten ausgeräumt hat. Derzeit arbeitet sein Verband dafür, dass die Krankenhäuser im Land Stellen für Organspenderbeauftragte einrichten, "um die Transplantation voranzubringen". Denn es gäbe wohl viel mehr Spendemöglichkeiten als tatsächlich gemeldet werden, wenn so ein Beauftragter im Krankenhaus darauf achten würde.

Inzwischen hat Günter Teichmann den Posten des Vorsitzenden abgegeben, arbeitet aber immer noch im Vorstand mit. Die Verbandsziele der bestmöglichen Qualität an der Dialyse, die Förderung der Bereitschaft zur Organspende und Auskünfte zu rechtlichen, medizinischen und sozialen Fragen bleiben ihm auch weiter wichtige Anliegen.

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