Neue Generation, neuer Schwung
Der Heilbronner Gärtner Pflanzen-Kölle vollzieht einen Generationswechsel auf Raten. Klaus Kölle stellte gestern seine Tochter Angelika als seine Nachfolgerin vor

Es sind keine leichten Zeiten für die grüne Branche. Bundesweit sind die Umsätze in den Gartencentern und Baumärkten um acht bis zehn Prozent zurückgegangen. Obwohl auch Kölle Federn lassen musste - der Umsatz im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr ist um vier Prozent auf gut 110 Millionen Euro zurückgegangen - blickt das Heilbronner Familienunternehmen mit viel Optimismus in die Zukunft. Wir sind in einer komfortablen wirtschaftlichen Verfassung , sagt der Senior.
Durch die Straffung der Arbeitsprozesse sei ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet worden. Unter anderem hatte Kölle das Garten-Center in Sontheim geschlossen. Wichtiger als kurzfristige Erfolgszahlen sei jedoch, dass das Unternehmen von den Banken erstklassige Rating-Noten bekommen habe. Immerhin liege die Eigenkapitalquote bei 35 Prozent.
Gegen den rückläufigen Markt will das Unternehmen auch in den nächsten Jahren deutlich wachsen. Durch den Bau weiterer Gartencenter in Süddeutschland - so kommt im nächsten Frühjahr ein weiterer Standort in München hinzu - soll der Umsatz bis 2008 auf 150 bis 160 Millionen Euro gesteigert werden. Zuletzt hatte das Unternehmen zwischen den Jahren 1995 und 2000 einen vergleichbaren Umsatzsprung erreicht. In diese Phase fällt die Expansion nach Berlin, wo das Unternehmen mit fünf Gartencentern mittlerweile Marktführer ist.
Mit einem geordneten Generationswechsel will Klaus Kölle jetzt dazu beitragen, dass das Unternehmen langfristig als Familienunternehmen erhalten bleibt. Das ist unsere Vision. Zug um Zug gibt der Gärtner Verantwortung an seine Tochter Angelika Kölle-Kapferer ab, die zum Beginn des Geschäftsjahres 2006/07 den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen soll. Klaus Kölle bleibt als beratender Geschäftsführer dabei. Am Donnerstag wird Klaus Kölle 70 Jahre alt.
Bei uns steht der Kunde absolut im Vordergrund , erklärt die 40-jährige Tochter ihre Strategie, um gegen die Discounter bestehen zu können. Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern wissen wir, was die Kunden wünschen. Sie sei keine Schönwetter-Managerin, betont Angelika Kölle-Kapferer. Ich liebe Probleme. Der Markt in Berlin sei derzeit eine echte Herausforderung. Und das ist auch gut so.
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