Der große Wunsch nach Nähe ist erkennbar
Begegnungsfest der Siebenbürger Sachsen auf dem Gaffenberg in Heilbronn - „Stätte der Begegnung“ öffnet im September

Von Joachim Friedl
Den Menschen, die seit mehr als 30 Jahren im Stadt- und Landkreis Heilbronn leben, sagte Harry Mergel gestern Vormittag danke. Mit ihrer Kompetenz und ihrem Leistungswillen seien die Spätaussiedler zu Leistungsträgern der Gesellschaft, der Stadt und des Umlandes geworden. Mit seiner heiteren und freundlichen Atmosphäre leiste das Fest für Spätaussiedler und Einheimische einen „wertvollen Beitrag“ zum besseren Kennenlernen und zur Entwicklung von Verständnis, Offenheit und Toleranz.
„Integration ist nicht, dass man sich dem anpasst, was man vorfindet, sondern dass man sich mit seiner Eigenart selbst einbringt“, stärkte Pfarrer Karl-Heinz Weißbeck von der Auferstehungskirche in Böckingen die Spätaussiedler. Dazu biete auch der christliche Glaube genügend Räume.
Eine starke Befürworterin des Begegnungsfestes ist, auch wenn die Besucherzahlen rückläufig sind, Christa Andree. Zentrale Aufgabe ist für die Kreisvorsitzende der Heilbronner Landsmannschaft der Siebenbürgern Sachsen, dass „das Kulturgut, das die Menschen mitgebracht haben, erhalten bleibt“.
Entsprechend wertvoll gestaltet war das kulturelle Programm. Neben der siebenbürgisch-sächsischen Kindergruppe und dem Karpaten-Orchester zeigten Mitglieder der Landsmannschaft an sieben Beispielen aus verschiedenen Gemeinden, wie man früher in Siebenbürgern „unter die Haube kam“. Im Mittelpunkt dieser Bockelung - der Frau wird der Schleier umgelegt - standen besondere Rituale einer siebenbürgischen Hochzeit.
Mit großer Zufriedenheit registrierte Diakon Richard Siemiatkowski-Werner, der „Vater“ des Begegnungsfestes, wie auf dem Gaffenberg gestern „der Wunsch nach Begegnung regelrecht spürbar war“. Das Diakonische Werk hatte 1974 das Fest ins Leben gerufen und 2000 die Organisation an die Landsmannschaft unter dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ übergeben. Eine Maßnahme, die Siemiatkowski-Werner heute als „höchst gelungen“ bezeichnet.
Im UFZ in Böckingen an der Sinsheimer Straße 55 werden im September das Diakonische Werk Heilbronn und die Landsmannschaft der Siebenbürgen Sachsen eine „Stätte der Begegnung“ für alle Generationen und für jedermann zugänglich eröffnen.
Stimme.de