Das "Augärtle" entspannt sozialen Brennpunkt
Das 3. Bürgerfest offenbart: Es funktioniert mit den Nationalitäten - Im Schülerzentrum herrschen Raummangel und Personalnot

Die Zeit des kritischen Beäugens scheint vorbei, seitdem sich der Arbeitskreis "Freizeit und Kultur" der Lokalen Agenda 21 intensiv um das Quartier zwischen Goppelt-, Christoph- und Hans-Seyfer-Straße annimmt und die Stadtsiedlung städtebaulich Vorbildliches geleistet hat, indem sie die dunklen Ecken öffnete. Zufrieden stellt deshalb heute Ulrich Willinger, Sprecher des Agenda-Arbeitskreises, fest: "Es funktioniert mit den Nationalitäten und die Menschen begreifen langsam, dass es nur ein Miteinander gibt." Erfreulich sei außerdem, dass die Menschen sich zunehmend für "ihren Stadtteil" verantwortlich fühlten und selbst für die soziale Kontrolle im Wohngebiet sorgten.
Entscheidenden Anteil an dieser positiven Entwicklung hat das Schülerzentrum "Augärtle". Zwischenzeitlich jedoch stößt diese soziale Einrichtung an ihre Grenzen. Das umgebaute Stadtsiedlungs-Gebäude ist zu klein und zu verwinkelt, um zeitgerecht Kinder und Jugendliche betreuen zu können. "Nur durch zusätzliche Räumlichkeiten ist diese mangelhafte Situation zu verbessern", bringt Willinger die Forderung an die Stadt kurzerhand auf den Punkt. Zudem macht alles im "Augärtle" einen sehr handgestrickten Eindruck. Hausleiter Rolf Behringer vom städtischen Sozial- und Jugendamt freut sich deshalb stets besonders über Spenden: "Für die Jugendlichen hätte ich so gerne einen Billardtisch", formuliert er einen großen Wunsch.
Aber auch personell geht das Schülerzentrum am Stock. Seit es keine Praktikanten mehr gibt und der Zivildienst verkürzt wurde, sind die beiden Sozialarbeiterinnen Miranda Knöllinger und Wendy Ott noch mehr gefordert. Zu zweit Tag für Tag 50 Kinder zu betreuen, ist keine einfache Aufgabe. Doch sie machen das Beste daraus, um die Kinder und Jugendlichen weiter zu entwickeln. Wie mit "AuA". Rechtzeitig zum Bürgerfest wurde die zwölfseitige Zeitung "Augärtle Aktuell" mit Themen rund um den Augarten fertig. Adriano Buchicchio und drei Mitarbeiter wollen künftig das Blatt monatlich herausbringen.
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