Böckingen-West wehrt sich gegen das Rathaus
Gewerbetreibende fürchten um die Existenz, weil die Stadt den Bebauungsplan ändern will - Juristische Schritte angekündigt

Quell des Unmuts ist das Märkte- und Zentrenkonzept aus dem Jahre 2002. In diesem Papier wird bdquo;Böckingen-Westldquo; als Gewerbegebiet ohne Einzelhandel geführt. Um zu verhindern, dass durch Umnutzung bestehender Firmenangebote neue Einzelhandelsstrukturen entstehen, die den Geschäften in der Innenstadt wirtschaftlich schaden könnten, will die Bauverwaltung über das Gebiet eine so genannte Veränderungssperre legen lassen.
bdquo;Böckingen-West zu Gunsten der Innenstadt zu beschneiden, das darf nicht sein. Es geht um unsere Existenzldquo;, regt sich Rolf Sperrfechter mächtig auf. Das Vorhaben der Bauverwaltung, so der Initiator und Sprecher der Interessengemeinschaft, berühre in bdquo;erheblichem Maße die Eigentumsrechteldquo; und sorge für eine bdquo;erhebliche Wertminderungldquo; der Immobilien: bdquo;Das Gebiet, das zu Beginn der 70er Jahre als klein Sibirien galt und von uns zu einem wertigen Gewerbegebiet mit heute 40 Betrieben entwickelt wurde, soll völlig entwertet werden.ldquo;
Sollte heute Nachmittag der Gemeinderat der Verwaltung folgen, sehen Sperrfechter und die anderen mittelständischen Unternehmer ihr Lebenswerk zerstört. An seiner Firma zeigt er die drohenden Konsequenzen auf: bdquo;Unsere Caravan-Hersteller verlangen, dass wir die wichtigsten Modelle den Kunden in einer attraktiven Halle analog den Autohäusern präsentieren. Um diese Vorgabe erfüllen zu können, müssen wir erweitern. Das Rathaus bremst jede Entwicklung - auch die, dass neue Arbeitsplätze entstehen.ldquo; Selbst ein Brief an Erste Bürgermeisterin Margret Mergen habe zu keiner Lösung geführt. Sperrfechter betont immer wieder, bdquo;nicht aus Willkür zu handelnldquo; und bdquo;kein Streithansel zu sein.ldquo;
Betroffen macht die 25 Gewerbetreibenden, dass sich die Stadt nicht an Zusagen, alle Gewerbe könnten sich in diesem Quartier an der B 293 niederlassen, halte: bdquo;Darauf haben wir vertrautldquo;, zeigt sich der 58 Jahre alte Rolf Sperrfechter enttäuscht.
Angesichts dieser Negativ-Entwicklung trägt sich Sperrfechter mit dem Gedanken, Heilbronn den Rücken zu kehren. Wie er sagt, interessierten sich zwei Großmärkte und ein Baumarkt-Discounter für sein 25 000 Quadratmeter großes Grundstück. Abwanderungsgedanken hegt jedoch nicht nur der Kfz-Mechaniker. Auch andere Betriebe stellen vor dem Hintergrund des Märkte- und Zentrenkonzepts entsprechende Überlegungen an.
Vor diesem Schritt erhoffen sich die Böckinger Geschäftsleute juristische Hilfe: Für den Fall der Fälle kündigten sie an, die Gemeinderatsentscheidung über ein Norm- und Kontrollverfahren zu kippen.
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